Lebensgefahr am Straberger See: Ein Kölner kollabiert, doch die Retter stecken fest. Schuld sind Falschparker.
Drama am BadeseeKölner (63) schwebt in Lebensgefahr – Falschparker blockieren Rettung

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Ein 63-jähriger Paddler musste am Straberger See reanimiert werden (Archivfoto).

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Am Straberger See in Dormagen ist ein entspannter Sommertag am Wochenende plötzlich in einen dramatischen Rettungseinsatz umgeschlagen.
Ein 63-jähriger Kölner war auf seinem Stand-up-Paddle unterwegs, als er zusammenbrach und ins Wasser stürzte. Er schwebte in Lebensgefahr, eine sofortige Wiederbelebung war notwendig. Doch die Retter kamen nicht durch, Falschparker blockierten die Zufahrt. Nur durch den schnellen Einsatz von Ersthelfern vor Ort konnte der Mann gerettet werden.
Rettungsdienst erreicht Einsatzort nur mit Verzögerung
Was war passiert? Gegen 18.20 Uhr ging bei der Polizei der Notruf über den verunfallten Mann ein. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei machten sich unverzüglich auf den Weg zum stark besuchten Badesee in Dormagen.
Doch vor Ort der Schockmoment für die Helfer: Sie erreichten den Einsatzort nur verspätet. Der Grund dafür: Rücksichtslose Autofahrer hatten die Zufahrtswege zugeparkt und ein zügiges Vorankommen damit verhindert.
Falschparker belasten die Kräfte zusätzlich
Der Kölner hatte riesiges Glück: Ersthelfer konnten den 63-Jährigen aus dem See retten und zusammen mit Freiwilligen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit der Reanimation beginnen. Auch ein Rettungshubschrauber wurde angefordert, der brachte den Patienten in eine Klinik. Dennoch: Der Einsatz hätte auch anders ausgehen können.
Norbert Buchkremer, Leiter der Feuerwehr Dormagen, schildert unserer Redaktion, wie sehr solche Falschparker und Blockierer die Arbeit der Retter erschweren. Und wie sehr das auch die Rettungskräfte mental belastet.
„Der gesamte Einsatz bedeutet großen Stress auch für die Rettungskräfte. Man will natürlich möglichst schnell zum Patienten durchkommen. Das ist etwas völlig anderes, wenn man zunächst gestoppt wird und erst mal vor Ort rangieren muss“, sagt Buchkremer.
Der Straberger See ist groß, man plane schon bei der Einfahrt, wo genau man hin muss, wie man den Rettungsort am besten erreicht, ob man zum Beispiel über Wasserwege fahren muss oder Feldwege. „Da herrscht schon mal ein Grundstress“, so Buchkremer. „Wenn man dann noch darauf achten muss, ob man bei der Durchfahrt irgendwo hängenbleibt und einen Spiegel von einem anderen Auto abfährt, dann ist das zusätzlicher Stress. Und das belastet die Kräfte enorm.“
Gerade am Straberger See ist das Problem leider altbekannt: An warmen Tagen ist der Andrang riesig, Parkplätze sind knapp – und immer wieder stellen Besucher ihre Autos dort ab, wo sie im Ernstfall Rettungswege blockieren.
Stadt kündigt Kontrollen an: „Zeit, die im Zweifel über Leben und Tod entscheidet“
Auch die Feuerwehr Dormagen machte den Vorfall in den sozialen Medien öffentlich: „Die Stadt Dormagen weist mit Nachdruck darauf hin, dass falsch abgestellte Fahrzeuge im Ernstfall Leben gefährden können.“
Ordnungsdezernent Fritz Bezold wird in dem Post deutlich: „Dieser Einsatz hat noch einmal sehr deutlich gezeigt, welche gravierenden Folgen Falschparken haben kann. Wenn Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen, geht wertvolle Zeit verloren – Zeit, die im Zweifel über Leben und Tod entscheidet.“ Der jüngste dramatische Einsatz hat nun Folgen: „Wir werden deshalb in den kommenden Wochen die Kontrollen deutlich verstärken und konsequent abschleppen lassen, wenn Fahrzeuge Rettungswege blockieren.“
Retter werden häufiger angepöbelt
Für Buchkremer ist das Problem längst nicht mehr nur das Falschparken. Er beobachtet, dass der Ton gegenüber Rettungskräften grundsätzlich rauer geworden ist – und zwar spürbar.
„Es passiert immer häufiger, dass zugezogene Kollegen regelrecht angeschnauzt werden, wenn sie nicht durchkommen. Dann ermahnt man die Autofahrer und erklärt, dass er der nächste sein könnte, der irgendwann mal gerettet werden muss. Und auf dem Rückweg steht das Auto dann an derselben Stelle.“
Woran liegt das? Buchkremer kann nur mutmaßen: „Vielleicht ist es ein gesellschaftliches Problem, wie wir Menschen miteinander umgehen.“
Trotzdem sieht er einen richtigen Schritt darin, dass die Stadt nun am See härter durchgreift. „Verstärkte Kontrollen und Abschleppaktionen können dafür sorgen, dass sich Autofahrer mehr Gedanken darüber machen, wo sie parken.“ Außerdem hoffe er darauf, dass die Aufklärung über Social Media Wirkung zeigt – damit Retter beim nächsten Mal nicht erst rangieren müssen, wenn jede Sekunde zählt.
