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„Tödliche Falle“Angelmüll sorgt für dramatische Szenen am Rhein

Eine Person hält eine Gans mit blutigem Hinterteil fest. An einem Fuß hängt ein künstlicher Angelköder.

Auf den Poller Wiesen wurde eine Kanadagans gerettet, die Angelhaken in beiden Füßen hatte. 

Erneut ist es an Kölner Gewässern zu Vorfällen gekommen, bei denen Tiere schwer verletzt wurden.

Ein totes Schwanenküken liegt stranguliert durch eine Angelschnur am Mediaparksee, kurz darauf stirbt ein Jungschwan nach einem Hundebiss am Stadtweiher: Immer wieder kommt es an Kölner Gewässern zu tragischen Vorfällen.  

Jetzt wurde das „Team für Tiere Köln“ gleich zu zwei Einsätzen alarmiert. Nur einer ging gut aus...

Am Fühlinger See wurde am Sonntag (11. Januar) eine Nilgans von einem Hund gebissen. „Sie hatte eine offene Fraktur und musste leider erlöst werden“, erzählt Jordan Wieland vom „Team für Tiere Köln“ am Montag (12. Januar) gegenüber EXPRESS.de. 

Wildtiere würden jetzt im Winter Nahrung an Land suchen und seien so einfache Opfer für frei laufende Hunde, erklärt der engagierte Tierretter. Erst Mitte November letzten Jahres war ein sechs Monate alter, kerngesunder Schwan am Kahnweiher von einem nicht angeleinten Vierbeiner gebissen worden. Obwohl das junge Tier sofort operiert wurde, starb es an einer Blutvergiftung.

Weiterer Einsatz in Poll: Kanadagans mit Angelhaken in Füßen

Am Samstag (10. Januar) war das „Team für Tiere Köln“ bereits nach Poll ausgerückt. Dort lag eine Kanadagans bewegungsunfähig auf den Poller Wiesen am Rhein – mit Angelhaken in beiden Füßen!

„Da die Gans sich abgelegt hatte, streckte einer der Haken zusätzlich auch noch in ihrem Körper“, schildert Jordan Wieland. Bei dem Angelmüll habe es sich um einen Wobbler, künstliche Köder, mit zwei Drillingen (Angelhaken mit drei Spitzen) gehandelt. 

Zum Glück konnte die Gans schnell gesichert und umgehend in die Tierklinik gebracht werden, wo sie von den schmerzhaften Angelhaken befreit wurde. Die Kanadagans wurde dann über Nacht noch etwas aufgepäppelt und anschließend wieder vom Tierretterteam zurück nach Poll gebracht. 

„Ein Happy End für die Gans, doch dieser Einsatz hätte nicht passieren müssen“, schreibt das „Team für Tiere Köln“ auf seiner Facebookseite und appelliert: „Bitte nehmt euren Müll mit. Angelhaken, Schnüre, Plastik – all das kann für Tiere zur tödlichen Falle werden. Bitte schaut hin und handelt!“

Zuletzt war am Mediaparksee ein totes Schwanenküken gefunden worden. Es hatte sich mit einer achtlos entsorgten Angelschnur stranguliert.