Tischtennis-Frauen: Für eine WM-Medaille in die Themse
„Das ist jetzt unser Brauch“Tischtennis-Frauen wollen für eine WM-Medaille in die Themse

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Die deutschen Frauen jubeln nach dem EM-Finale. Ihr nächstes Ziel ist eine WM-Medaille. (Archivbild)
Das ultimative Vorhaben: ein Sprung in die Themse. Was sich kurios anhört, ist für die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft der Frauen ein festes Versprechen. Nach dem Titelgewinn bei der Team-EM im letzten Oktober stürmten alle Athletinnen in Kroatien ins Meer. Eine vergleichbare Szene soll es nun bei der anstehenden Mannschafts-WM in London geben.
„Bei einer WM-Medaille springen wir ins Wasser“, verkündet die ehemalige Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann (19) vor dem ersten Match am Samstag gegen Frankreich, wie die dpa berichtet. „Das ist jetzt unser Brauch!“
Deutschlands Frauen haben eine Mission
In London, dem Austragungsort der allerersten Tischtennis-WM 1926, möchten die deutschen Damen endgültig aus dem großen Schatten von Ikone Timo Boll heraustreten. Sie haben sich die Beachtung hart erarbeitet und sind inzwischen weit mehr als eine Nebenerscheinung.
„Jede einzelne Spielerin wäre in vielen anderen Nationen die unumstrittene Nummer eins“, sagt der deutsche Sportvorstand Richard Prause. „Und jede einzelne Spielerin hat eine eigene starke Geschichte.“

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Tischtennis-Nationalspielerin Sabine Winter. (Archivbild)
Sabine Winter: Mit neuem Trick an die Weltspitze
Sabine Winter (33) ist eine dieser Erzählungen. Bei ihrer achten Teilnahme an einer Team-WM ist sie so stark wie nie. Seit 2025 spielt sie mit einem sogenannten Antitop-Belag auf dem Schläger – ein Kniff, der ihre Gegnerinnen zur Verzweiflung treibt, weil er das Tempo aus dem Match nimmt.
Der Lohn dafür: Winter siegte beim europäischen Top-16-Turnier, holte Bronze beim World Cup und kletterte auf den neunten Platz der Weltrangliste. Sie ist die einzige Europäerin unter den Top 15.
„Die ganze Entwicklung ist toll. Mit der Top-10-Platzierung habe ich etwas erreicht, das ich nie für möglich gehalten hätte“, sagt sie. „Trotzdem: Medaillen und Titel sind das, was man als Sportler jagt. Und wir sind in London auf jeden Fall ein großer Medaillenkandidat.“

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Tischtennis-Nationalspielerin Annett Kaufmann. (Archivbild)
Annett Kaufmann: Das neue Aushängeschild des deutschen Tischtennis
Sie ist erst 19, aber schon jetzt das Gesicht des deutschen Tischtennis: Annett Kaufmann. Wenn sie antritt, schalten die Menschen ein. Und wenn sie sich, wie unlängst, zu Morddrohungen und Hass im Netz äußert, hört das ganze Land zu.
Für sie zählt vor allem der Zusammenhalt. „Wir sind ein wirklich gutes Team“, betont Kaufmann. Neid auf die Erfolge von Kollegin Winter? Fehlanzeige. „Ich bin die letzte Person, die da neidisch ist. Neid ist eine der schlimmsten Eigenschaften. Das macht so viel kaputt.“
Ying Han: Das unglaubliche Comeback nach Horror-Verletzungen
Die Story von Ying Han (42) sorgt für Gänsehaut. Die Olympia-Zweite von 2016 erlitt im Januar 2024 einen Riss der Achillessehne. Nur ein halbes Jahr später widerfuhr ihr dasselbe am anderen Fuß. Doch die 42-Jährige kämpfte sich zurück und gehört wieder zur Weltspitze. „Ihr Kampfgeist und ihr Wille sind krass“, staunt selbst die 23 Jahre jüngere Kaufmann.
Zum Team gehören außerdem die Europameisterinnen Nina Mittelham (29) und Yuan Wan (28). Und die nächste Generation steht schon bereit: Mit Koharu Itagaki (16), Mia Griesel (20) und Josephina Neumann (16) drängen absolute Toptalente nach.
Das Geheimnis des Erfolgs: Die „Eltern-Generation“
Ein auffälliges Detail ist die Herkunft vieler Spielerinnen. Sportvorstand Prause spricht von der „Eltern-Generation“. Der Vater von Kaufmann war im Eishockey Profi, der von Yuan Wan ein Nationalspieler für China und Itagakis Vater arbeitet als Bundesliga-Trainer. „Diese Spielerinnen sind zu Hause aufgewachsen mit Leistungssport“, erklärt Prause. „Denen muss ich nicht vermitteln, was das heißt.“ (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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