Wie bei Markus Anfang? Heftige Corona-Vorwürfe gegen Tennis-Sternchen

Camila Giorgi sitzt bei der Pressekonferenz nach ihrem Erstrunden-Spiel bei den Australian Open am Rednerpult.

Camila Giorgi am Dienstag (17. Januar 2023) auf der Pressekonferenz nach ihrem Erstrunden-Spiel bei den Australian Open.

Hat Camila Giorgi sich vorsätzlich einen gefälschten Impfass besorgt, um eine Corona-Immunisierung vorzutäuschen? Auf die Vorwürfe wusste die Tennis-Spielerin bei den Australian Open keine entkräftende Antwort.

Kaum eine Geschichte erschütterte den Fußball in Deutschland in den vergangenen Jahren derart wie der Impfpass-Skandal Ende 2021 um den damaligen Zweitliga-Trainer Markus Anfang (48). Jetzt droht dem Damen-Tennis ein ähnlicher Eklat, obwohl die Corona-Impfung bei den allermeisten Turnieren inzwischen schon gar nicht mehr erforderlich ist.

Gegen die massiven Vorwürfe muss sich derzeit die Italienerin Camila Giorgi (31) verteidigen, die abseits des Platzes bislang eher für freizügige Instagram-Auftritte statt für strafrechtlich relevante Betrügereien bekannt war. Entsprechend vehement verteidigt sich die Nummer 70 der Welt.

Australian Open: Camila Giorgi nach Erstrunden-Sieg im Kreuzfeuer

Deutlich anstrengender als ihr lockerer Zweitsatz-Sieg (6:0, 6:1) zum Start bei den Australian Open gegen die Russin Anastassija Pawljutschenkowa (31) war am Dienstag (17. Januar 2023) die anschließende Pressekonferenz, auf der Giorgi mit den Vorwürfen konfrontiert wurde.

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In den fünf Minuten, in denen die internationalen Medien sie mit Fragen bombardierten, wurde keine Sekunde über Tennis gesprochen. Stattdessen die wiederholten Nachfragen über Giorgis Verbindung zu der zuletzt verhafteten Ärztin Daniela Grillone, bei deren Beantwortung die Sportlerin von Satz zu Satz an Glaubwürdigkeit einbüßte.

Grillone soll ihre ehemalige Patientin laut italienischen Medien Anfang Januar explizit beschuldigt haben. Demnach habe sie der Wimbledon-Viertelfinalistin von 2018 zwar ein Impf-Zertifikat verschafft, die zugehörige Dosis einer Corona-Impfung habe auf Giorgis Wunsch allerdings niemals den Weg in deren Unterarm gefunden.

Camila Giorgi verwirrt mit Einlassungen zu Corona-Impfung

Auf wiederholte Nachfrage beteuerte sie in Melbourne zwar, geimpft zu sein. Als gezielt nach der Corona-Impfung gefragt wurde, vermied sie allerdings eine eindeutige Einlassung, sagte lapidar: „Der Impfstoff war Impfstoff.“

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Dass beispielsweise eine Masern-Impfung nicht als Nachweis der Corona-Immunisierung taugt, dürfte allerdings auch Giorgi mit medizinischen Laien-Kenntnissen verstehen. Und ohne die entsprechenden Covid-Einträge im Impfpass hätte sie 2021 und 2022 bei vielen Turnieren gar nicht erst antreten dürfen.

Doch Giorgi schob jegliche Schuld weit von sich: Bei Medizinerin Grillone habe sie nur eine Impfung erhalten, die weiteren Dosen seien von anderen Ärzten verabreicht worden, erklärte sie und verdeutlichte stattdessen, dass nicht sie, sondern die Ärztin sich des Fehlverhaltens schuldig gemacht habe. „Sie hat die Probleme mit der Justiz in Italien“, erklärte Giorgi: „Bei mir ist alles gut.“

Verfolgen dürfte sie das Thema aber nicht nur bei den folgenden Pressekonferenzen, sondern auch durch die in Italien weiter andauernden Ermittlungen. Klar ist schon jetzt: Mit derart simplen Antworten wie auf der Pressekonferenz in Australien dürften sich die heimischen Carabinieri kaum abspeisen lassen. (bc)

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