Blitzlicht statt Bälle, Posen statt Punkte: Bei den US Open eskaliert der Streit um Influencer, die das Tennis-Spektakel als ihre persönliche Bühne missbrauchen. Die Profis sind stinksauer.
„Respektlos“ bei den US OpenSelfie-Wahnsinn stoppt Tennis-Match
Die US Open, eines der größten Tennis-Events der Welt, erleben dieses Jahr ein bizarres Nebenthema. Statt des Sports stehen immer öfter Social-Media-Sternchen im Fokus!
Mit professionellem Equipment wie Kameras und Ringlichtern verwandeln sie die Zuschauerränge in Fotostudios, was bei den Athleten und echten Tennis-Anhängern für mächtig Frust sorgt.
Influencer ärgern Tennis-Profis: „Wirkt ein wenig respektlos“
Wie krass das Ganze geworden ist, wurde beim Auftaktspiel von Naomi Osaka deutlich. Eine Gruppe von Influencern machte in einer Loge mit lautem Gehabe und einem blendenden Ringlicht derart auf sich aufmerksam, dass Schiedsrichter Kader Nouni die Begegnung stoppen und für Ordnung sorgen musste. Das berichtet „Sport Bild“.
Auch die Sportlerinnen und Sportler haben die Nase voll. Die amerikanische Top-Spielerin Jessica Pegula zeigt zwar Verständnis dafür, dass man mit Content Creatorn neue Zielgruppen ansprechen will, doch für sie ist eine rote Linie überschritten.
„Die Spieler dort unten versuchen, Höchstleistungen zu bringen. Das ist ihr Beruf und ihr Job. Das wirkt ein wenig respektlos“, kritisiert sie. Ihr Fazit: „Ich habe das Gefühl, dass es in diesem Jahr etwas zu viel geworden ist.“
Noch schärfere Worte findet der ehemalige US-Open-Champion Daniil Medwedew. Die Entwicklung, das Turnier in eine Art „Tennis-Disneyland“ zu verwandeln, lehnt er strikt ab.

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Das Spiel von Tennis Star Naomi Osaka (28) musste wegen der Störungen kurzzeitig unterbrochen werden.
„Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf gewisse Weise um unser Leben kämpfen“, macht er unmissverständlich klar. Marketing sei zwar von Bedeutung, doch der Fokus müsse auf den Weltklasse-Partien liegen – und nicht auf der nächsten Story für Instagram.
Und die Veranstalter? Der amerikanische Tennisverband USTA scheint diesen Trend sogar gezielt zu befeuern. Wie Front Office Sports meldet, stieg die Anzahl der Akkreditierungen für Creator von 54 im Vorjahr auf beinahe 100 in diesem Jahr an.
Ein Verbandssprecher wiegelte gegenüber der New York Post ab und erklärte, derartige Störungen kämen selten vor und die Schiedsrichter könnten jederzeit einschreiten.
Für zusätzlichen Wirbel in den sozialen Medien sorgte Influencerin Isabella Lauren mit einem aufreizenden weißen Kleid. Zahlreiche Tennis-Fans hielten ihr Outfit für eine Sportveranstaltung für unangemessen und unterstellten ihr, es ginge ihr mehr um Aufmerksamkeit als um den Sport.
Die aufgeheizte Diskussion legt einen tiefen Konflikt offen: Hier der Drang nach größerer Reichweite und zeitgemäßer Vermarktung, dort der Respekt vor den Athletinnen, Athleten und dem Sport an sich. Für viele der Profis wurde eine Grenze klar überschritten. (red)
