Bei der achten Ausgabe der Promi-Darts-WM hat sich zum vierten Mal Michael van Gerwen den Titel gesichert. An seiner Seite jubelte Joey Kelly. Nach schwachem Start drehte der Musiker auf.
Promi-Darts-WMKelly jubelt, Hummels schimpft, Calli leidet

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Joey Kelly (l.) und Michael van Gerwen durften bei der Promi-Darts-WM in der Nacht zu Montag (5. Januar 2026) den Siegerpokal auf der Bühne in Empfang nehmen.
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Als Joey Kelly um 0.48 Uhr das Feld mit der 19 erwischte und mit dem Wurf den 3:1-Finalsieg seines Teams sicherte, hatten sich die Reihen im Bonner Maritim-Hotel schon sichtlich geleert. Der 52-Jährige flippte vor Freude dennoch komplett aus.
Bei der achten Ausgabe der Promi-Darts-WM hat sich Michael van Gerwen (36) an Kellys Seite in der Nacht zum Montag (5. Januar 206) zum vierten Mal den Titel und den XXL-Pokal gesichert. Dabei war das Spaß-Event so frustrierend für den Niederländer losgegangen.
Achte Promi-Darts-WM: 2000 Gäste feiern Spaß-Event in Bonn
„Sie waren vor 20 Stunden noch im Hexenkessel von London. Jetzt treten sie in der Hölle von Bonn an“, sagte Kommentator Elmar Paulke (55) zur Begrüßung im „Bonny Pally“. Zumindest anfangs war die Stimmung unter den 2000 Gästen ähnlich ausgelassen wie beim großen WM-Finale im Ally Pally in London.
Die TV-Macher zwangen Paulke zunächst ins Seestern-Kostüm. Moderator Christian Düren (35) startete als Krabbe. Kostüme, alberne Verkleidungen und Gesänge sind beim Darts Pflicht. Und für das Publikum gab es sechs Stars der Branche hautnah. Lediglich 0,81 Millionen schauten sich das Spektakel an – die bisher schlechteste Reichweite.
Die Promis, die Pro7 für das Show-Event ausgewählt hatte, zeigten mal mehr und mal weniger viel Talent an der Scheibe. Moderatorin Cathy Hummels (37) betonte immer wieder, dass sie erst vor drei Wochen erstmals auf eine Dartscheibe geworfen habe und die Regeln gar nicht kenne. „Meine Knie haben anfangs ganz schön geschlottert. Außerdem habe ich Probleme mit meinen langen Fingernägeln“, gestand sie.
Auch wenn viele ihrer Würfe anfangs nicht einmal das Board trafen, überraschte sie zweimal. Im ersten Match traf sie die Single-12 zum Matchgewinn gegen TV-Koch Alexander Kumptner (42) und Nathan Aspinall (34). Im Match gegen Ailton (52) und Stephen Bunting (40) schaffte sie es bei 40 Punkten Rest, den Pfeil in der Doppel-20 unterzubringen.

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Moderatorin Gülcan Kamps (l.) überzeugte an der Seite von Dart-Profi Luke Humphries. Für den Titel reichte es dennoch nicht.
Ihr Teampartner Gian van Veen (23) war schwer beeindruckt. Der WM-Finalist war erst auf den letzten Drücker in Bonn angekommen. Eigentlich hatten die Event-Macher den frisch gebackenen Weltmeister angekündigt, doch Luke Littler (18) sagte wie schon im Vorjahr kurzfristig ab. Der Niederländer hing lange auf dem Flughafen fest und erschien erst knapp eine Stunde vor Show-Beginn.
Dass es bei der Promi-Darts-WM nicht so ernst wie bei normalen Darts-Veranstaltungen zugeht, spürte van Veen dennoch schnell. Als er bei 175 Punkten Rest an der Reihe war und seine ersten beiden Darts in der Triple-20 landeten, warf er auch den letzten Pfeil in das Feld, um die erste 180 des Abends zu bescheren – auch wenn diese natürlich nutzlos war. Die Menge johlte trotzdem.

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Vize-Weltmeister Gian van Veen stand keine 24 Stunden nach dem WM-Finale von London bei der Promi-Darts-WM in Bonn auf der Bühne.
Das Publikum feierte auch einen Teilnehmer, der unter erschwerten Bedingungen an den Start gegangen war. Fußball-Legende Reiner Calmund (77) warf unter Schmerzen. Nachdem er zuletzt zwei Wochen lang im Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff täglich trainiert hatte, spürte er das nun im rechten Unterarm.
„Ich habe einen krankhaften Ehrgeiz entwickelt, deshalb tut mir jetzt der Arm extrem weh“, sagte Calli zu EXPRESS.de. Auch eine Einheit mit „German Giant“ Gabriel Clemens (42) hatte der Wahl-Saarländer absolviert. „Ich hätte auch absagen können. Aber dann habe ich mich doch durch die Spiele gequält. Am Ende wollte ich es mit Gewalt regeln und hab nur noch planlos geworfen“, sagte er nach seinem Zwischenrunden-Aus an der Seite von Martin Schindler (29).

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Reiner Calmund (l.) trat unter Schmerzen bei der Promi-Darts-WM an. An der Seite von Martin Schindler (r.) kassierte er drei Niederlagen.
„Es tut mir leid, dass er meinetwegen ausgeschieden ist“, sagte Calmund. Doch Schindler war nicht böse. „Respekt, mit 77 Jahren hier anzutreten. Er hat sich alle Mühe gegeben“, sagte Deutschlands bester Darts-Profi. Den Fans war es ohnehin egal. „Ohne Calli, wär hier gar nichts los“, sangen sie. Selbst Caller Charlie Corstorphine (30) nahm es dem früheren XXL-Manager nicht krumm, dass der nach jeder Aufnahme seine Darts einfach im Board stecken ließ.
Für die zweite Fußball-Legende des Abends war ebenfalls früh Schluss. Ailton donnerte zwar jeden Dart mit Wucht ins Board, traf dabei aber auch nur willkürlich. Überzeugender agierte hingegen Moderatorin Gülcan Kamps (43). Auch sie checkte eine Doppel-20 und gestand, dass sie nun auch vom Darts-Fieber gepackt sei. „Das hat super viel Spaß gemacht.“

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Cathy Hummels überraschte mit zwei Würfen, bei denen sie genau das passende Feld traf.
An der Seite von Luke Humphries (30) drehte Kamps mächtig auf und schaffte ein 43er-Finish. „Ich hatte mir so Luke als Partner gewünscht“, sagte die Düsseldorferin, die im fünften Monat schwanger ist. „Sie hat mich beeindruckt und kann stolz auf sich sein“, gab der Weltmeister von 2024 die Komplimente zurück. Humphries sorgte für einen tollen Moment, als er 120 Rest durch drei Würfe auf „Tops“ löschte.
Im Halbfinale musste sich das Duo aber den späteren Siegern 0:2 geschlagen geben. Joey Kelly legte von allen Promis den größten Ehrgeiz an den Tag. „Ich habe die letzten sechs Wochen jeden Tag trainiert, dennoch liefere ich nicht und werde immer schlechter. Es ist eine Vollkatastrophe“, sagte er nach dem zähen Start zu EXPRESS.de. Dabei hatte der Musiker extra die Pfeile von Weltmeister Littler eingepackt.

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Kugelblitz Ailton donnerte seine Darts zwar mit voller Wucht ins Board. In der Zwischenrunde war für ihn dennoch Endstation.
Als er anfangs dreimal nur die Eins traf, verzweifelte sein Partner van Gerwen schon. „Das war das schwerste Spiel, was ich je auf einer Bühne erlebt habe“, sagte er. Doch als die anderen Protagonisten an der Reihe waren oder während der zahlreichen Werbepausen, übte Kelly backstage weiter. „Mir gefallen solche Typen, die ehrgeizig sind“, sagte MvG. Nach der holprigen Vorrunde ließ das Duo drei glatte Siege folgen und sicherte sich so den Pott.
Nach der über viereinhalbstündigen Veranstaltung schleppten sich Fans und Aktive erschöpft aus dem Saal. „Ich liebe Abenteuer, bin aber jetzt müde und habe Muskelkater“, gestand Cathy Hummels. Eins musste sie aber noch klären. Als Moderator Düren ein paar Leute im Publikum interviewt hatte, flachste der: „Wie kann man denn Hummels-Fan sein?“ Das empfand die Influencerin als unpassend. „Christians Kommentar war nicht so gut. Das werde ich ihm auch noch sagen.“

