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„Müssen geschützt werden“ Fall Walijewa: Nach Doping & Tränen bei Olympia – Verband hebt Mindestalter

Kamila Walijewa schaut nach ihrem Auftritt in Richtung der Jury

Die russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa kurz nach ihrem Auftritt bei den Olympischen Spielen in Peking am 15. Februar 2022.

Bei den Olympischen Spielen in Peking wurde die 15-jährige Russin Kamila Walijewa des Dopings überführt. Nun wurde das Mindestalter zur Teilnahme gehoben – vor allem, um die noch jungen Sportler zu schützen.

Es war ein Skandal bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking! Die 15-jährige Eiskunstläuferin Kamila Walijewa wurde nach einer herausragenden Leistung positiv auf Doping getestet. Das sorgte für einen Riesen-Eklat. 

Die Zeit der Ausbeutung solcher junge Sportler soll nun vorbei sein. Der Weltverband ISU gab jetzt die Anhebung des Mindestalters zur Teilnahme an den Olympischen Spielen bekannt. Das erfreute ebenfalls die einstige deutsche Eiskunstläuferin Katarina Witt (56): „Glückwunsch zu dieser historischen Entscheidung.“

Nach Dopingskandal: Weltverband hebt Mindestalter auf 17 Jahre 

Die am Dienstag (7. Juni) beschlossene Regeländerung sieht eine schrittweise Erhöhung des Mindestalters bis zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo von 15 auf 17 Jahre vor. Laut Witt schütze dies „vorrangig die Athletinnen vor ihren teilweise überehrgeizigen Verantwortlichen“.

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Die Erinnerungen an die Winterspiele von Peking sind noch frisch. Die Bilder, wie Witt als TV-Expertin mit der 15 Jahre alten Russin Walijewa gelitten und geweint hatte – und schließlich ein Umdenken forderte.

„Diese jungen Sportlerinnen, die von einer Trainerin wie der eiskalten Eteri Tutberidse  zu Höchstleistungen gedrillt und womöglich auch gedopt werden, müssten geschützt werden. Ich hätte sie aus dem Fegefeuer herausgeholt und ins Flugzeug nach Hause gesetzt“, wetterte Witt damals – und wurde rund vier Monate später erhört.

Kamila Walijewa wurde mit 15 Jahren des Dopings überführt

Walijewa war in Peking 15 Jahre alt und hatte sich mit Vierfachsprüngen in Serie in die Rolle der Top-Favoritin auf Gold katapultiert – bis ein positiver Dopingtest den schönen Schein enttarnte. Die Welt sah zu, wie Walijewa in der Kür stürzte und weinend vom Eis lief, wie Trainerin Tutberidse sie dafür mit einem Blick der Verachtung und beißenden Worten strafte. 

100 Länder stimmten bei 16 Gegenstimmen und drei Enthaltungen für die Anhebung der Altersgrenze auf Spitzenniveau. Zunächst ab Sommer 2023 auf 16 Jahre, dann ab 2024 auf 17 Jahre. Witt, einst selbst ein Kinderstar, freut sich darüber.

Die Frage, warum „15 und 16 Jahre alte russische Talente“ mit „faszinierenden Ausnahmeleistungen gewinnen und dann für immer die Eisbühne des Leistungssports verlassen“, beschäftigte sie.

Den Grund dafür brachten Experten und Ärzte noch in Peking ans Licht. Vor der Pubertät seien insbesondere Mädchen wie Walijewa in der Lage, Drei- oder sogar Vierfachsprünge in Serie dank ihrer schmalen, leichten Körper aufs Eis zu zaubern.

Der zweimalige deutsche Europameister Norbert Schramm (62) bezeichnete die ISU-Entscheidung im Gegensatz zu Witt als „Augenwischerei“. Sie sei „ein erster Schritt“, sagte der frühere Vize-Weltmeister dem SID am Dienstag, „aber ich glaube kaum, dass es etwas Positives für den Sport bewirken kann. Es reicht einfach nicht aus. 17-Jährige haben im Profisport nichts verloren.“

Die Internationale-Eislauf-Union hatte das Thema schon vor dem Skandal von Peking im Blick, doch erst der öffentliche Druck führte zu einer Entscheidung. „Die Stunde der Wahrheit ist heute“, rief Generaldirektor Fredi Schmid den Delegierten vor der Abstimmung zu, „denn die Glaubwürdigkeit der ISU wird auf den Prüfstand gestellt. Die Medien und die Öffentlichkeit werden uns sehr genau beobachten. Vergesst das nicht!“ (sid/fr)

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