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Olympia-Drama geht weiter Fünfkämpferin Schleu nach Reit-Debakel angezeigt

Annika Schleu sitzt bei Olympia weinend auf ihrem Pferd „Saint Boy“.

Annika Schleu am 6. August 2021 beim olympischen Springreiten im Modernen Fünfkampf auf ihrem Pferd „Saint Boy“.

Das Olympia-Drama zieht immer größere Kreis für die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu und Trainerin Kim Raisner. Beide wurden jetzt vom Tierschutzbund angezeigt.

Tokio/Bonn. Jetzt wird es richtig unangenehm für Annika Schleu (31). Das Fünfkampf-Drama im Springreiten kostete Deutschlands Fünfkämpferin bei Olympia eine Medaille, doch jetzt drohen deutlich härtere Konsequenzen.

Am Freitag (13. August) verkündete der Deutsche Tierschutzbund, dass er Anzeige gegen die Sportlerin und Trainerin Kim Raisner (48) erstattet habe.

Tierschutzbund kritisiert Olympia-Fünfkämpferin Annika Schleu

Die Vorwürfe: „Tierquälerei“ und „Beihilfe zur Tierquälerei“. Der Tierschutzbund kritisierte, dass Schleu „das verängstigte und überforderte Pferd mehrfach grob geschlagen und in anschließenden Interviews jede Einsicht vermissen lassen“ habe. Trainerin Raisner habe die Athletin „zu dieser tierquälerischen Handlung“ aufgefordert.

Die auf Goldkurs liegende Schleu hatte bei der Reit-Disziplin unter Tränen versucht, das ihr zugeloste und völlig verunsicherte Pferd „Saint Boy“ mit Gerte und Sporen zurück in den Parcours zu bringen. Raisner hatte sie dazu mit einem heftig umstrittenen Zuruf („Hau drauf, hau richtig drauf!“) animiert. Auch sie hat dem Pferd einen Schlag mitgegeben.

„Natürlich steht eine auf Olympiagold fixierte Sportlerin in dem Moment unter enormem Stress. Aber das ist keine Entschuldigung für Tierquälerei In einem leistungsorientierten Wettkampf zwischen Menschen haben Tiere nichts zu suchen“, sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: „Unsere Anzeige dient auch der grundsätzlichen Klärung dieses Problems.“

Annika Schleu widerspricht Tierquälerei-Vorwürfen bei Olympia

Der Weltverband der Modernen Fünfkämpfer (UIPM) hatte Raisner nach dem Vorfall von den Spielen ausgeschlossen. Zuvor hatte sie sich gegen den Vorwurf der Tierquälerei zur Wehr gesetzt. „Ich hab gesagt, hau drauf. Aber sie hat das Pferd nicht gequält, in keinster Weise“, sagte Raisner dem SID.

„Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt. Ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie die Sporen. Ich bin mir wirklich keiner Tierquälerei bewusst“, sagte Schleu der „Zeit“. In der Nachbetrachtung hätte sie aber „ein bisschen ruhiger und besonnener reagieren können“, gab Schleu zu. Der Weltverband will mit einem Maßnahmen-Katalog auf die Vorgänge reagieren. (bc/sid)

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