NFL Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung: Skandal-Profi Watson vor Comeback gegen Ex-Team

Deshaun Watson, Quarterback der Cleveland Browns, ist während einer Trainingseinheit in Aktion.

Quarterback Deshaun Watson bei einer Trainingseinheit der Cleveland Bowns am vergangenen Donnerstag (30. November 2022).

Skandal-Profi Deshaun Watson steht in der NFL vor seinem Comeback. Der Quarterback hatte eine lange Pause einlegen müssen, nachdem mehrere Frauen ihn wegen sexueller Belästigung angezeigt hatten.

700 Tage nach seinem bislang letzten NFL-Spiel wird Deshaun Watson (27) am Sonntag (4. Dezember 2022) wieder auf dem Feld stehen – erstmals im Trikot der Cleveland Browns. Anders als es die Kommentare seiner Fans in den sozialen Medien vermuten lassen, werden dem Quarterback bei seinem Comeback jedoch nicht alle zujubeln. 

Unter dem jüngsten Instagram-Post des Star-Quarterbacks überschlagen sich seine Follower in Vorfreude. „Die Rückkehr“, schreiben die einen und: „Lasset die Wiedergutmachung beginnen!“ Doch Watson ist einer der größten Skandal-Profis des American Football.

NFL: Skandal-Profi Deshaun Watson vor Comeback bei den Cleveland Browns

Mehr als 20 Frauen hatten ihm im März des vergangenen Jahres sexuelle Belästigung vorgeworfen, bei Massage-Terminen soll es regelmäßig zu Übergriffen durch den damals 25-Jährigen gekommen sein. Im Sommer dieses Jahres verhängte die NFL dann zunächst eine Sechs-Spiele-Sperre gegen Watson, die sie später auf elf Spiele erhöhte. Hinzu kamen eine Geldstrafe in Höhe von fünf Millionen Dollar und ein verpflichtendes Behandlungsprogramm.

In Cleveland interessiert das nur noch die wenigsten. „Wir freuen uns, dass Deshaun für uns spielen kann“, sagte Browns-Trainer Kevin Stefanski (40) vor dem Spiel gegen – wie soll es auch anders sein – Watsons ehemaligen Arbeitgeber, die Houston Texans.

Während die Texans ihren Quarterback als Reaktion auf die Klage-Welle aus dem Kader gestrichen hatten, sah man in Cleveland die Anschuldigungen offenbar weniger kritisch. Bei den Browns unterschrieb Watson im Frühjahr einen Fünfjahresvertrag über 230 Millionen US-Dollar – und läuft nun erstmals für seinen neuen Verein auf.

Auf der Tribüne wird sich jene Begeisterung am Sonntag in Grenzen halten – zumindest bei einer Gruppe. Zehn Frauen, die Watson verklagt hatten, planen laut ESPN einen Besuch. „Einige meiner Kundinnen haben darum gebeten, mitzukommen“, sagte Anwalt Tony Buzbee: „Sie hielten es für wichtig, deutlich zu machen, dass sie noch da sind und dass sie wichtig sind.“

Deshaun Watson: Viele seiner Fälle wurden außergerichtlich geregelt

Strafrechtliche Folgen für seine Vergehen muss Watson mittlerweile kaum mehr befürchten, die meisten Fälle wurden inzwischen außergerichtlich geregelt. Er selbst hatte stets alle Vorwürfe von sich gewiesen und behauptet, man würde sich nicht für seine Sicht der Dinge interessieren. Öffentlich geäußert hat sich Watson seit der Verkündung des Strafmaßes nicht mehr.

Sportlich gesehen versuchen die Browns gerade wieder in die Spur zu finden. Nach vier Niederlagen konnte das Franchise zuletzt einen Sieg gegen die Cincinnati Bengals einfahren.

Für die Buffalo Bills läuft die Saison dagegen schon besser. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (2. Dezember) haben sie ein weiteres Mal ihre Playoff-Ambitionen untermauert und gewannen bei den New England Patriots mit 24:10. Zumindest bis Sonntag übernehmen sie damit die Führung in ihrer Division und bleiben vorne, sollten die Miami Dolphins nicht gegen die San Francisco 49ers gewinnen. Nur Rang eins in der Division garantiert eine Teilnahme an den Playoffs.

Die zu Zeiten von Tom Brady (45) die Liga dominierenden Patriots stehen dagegen bei nun sechs Siegen und sechs Niederlagen auf dem letzten Platz der AFC East. Ihnen droht zum zweiten Mal in drei Jahren eine Saison ohne Playoff-Teilnahme. (dpa, sid)

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