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Gab es 52 Jahre nichtNFL-Team gewinnt 16:0 ohne erfolgreichen Pass

Erfolg trotz totaler Flaute in der Luft! Dieses irre NFL-Kunststück gelang zuletzt vor einem halben Jahrhundert.

Einfach nur verrückt! Ohne einen einzigen erfolgreichen Wurf verbuchten die Tampa Bay Buccaneers am Sonntag einen Triumph in der NFL. Mit 16:0 fegten sie die Atlanta Falcons vom Platz. Dabei goss es im Raymond James Stadium wie aus Kübeln und verwandelte das Feld in eine Matschgrube. Böse Zungen behaupten nun bestimmt: Mit diesem Auftritt katapultierten die Bucs das heutige Offensivspiel um etliche Dekaden in die Vergangenheit.

Während der kompletten Super-Bowl-Epoche ereignete sich solch eine Partie komplett ohne gefangenen Ball nämlich erst ein weiteres Mal. Im Gegenzug stellte das Team aus Florida mit 324 erlaufenen Yards eine historische Vereinsbestmarke auf! Zusätzlich mischt Tampa Bay im Kampf um die NFC South ab sofort wieder kräftig mit. Das berichtet „OutKick“.

Petrus diktiert die Marschroute

Gab Cheftrainer Todd Bowles seinem Spielmacher Baker Mayfield sowie dem Offensive Coordinator vorab etwa den strikten Befehl, auf Würfe weitgehend zu verzichten? Genau darauf sprachen ihn Journalisten nach dem Abpfiff an. Er erwiderte: „Das haben ihm die Bedingungen gesagt.“ Zudem ergänzte der Übungsleiter: „Ich meine, man konnte sehen, dass es da unten wie aus Eimern geschüttet hat und der Wind geweht hat. Man konnte irgendwie sehen, dass der Ball nirgendwo hinfliegt.“

Moderne Pass-Stafetten in einer wohltemperierten Arena suchte man hier vergeblich. Vielmehr regierte rustikaler Football alter Schule: drei Yards Raumgewinn samt Staubwolke, wie ein bekanntes US-Sprichwort lautet. Wobei das unaufhörliche Unwetter dieses Duell eher in drei Yards plus massenhaft Matsch verwandelte. Es zählte bloß der unermüdliche Vorwärtsdrang zu Fuß – und fairerweise muss man betonen: Jeder Anlauf brachte im Schnitt erheblich mehr ein als lausige drei Yards.

Lediglich dreimal feuerte Mayfield das Leder überhaupt durch die Luft. Einen Abnehmer fand kein Versuch. Beim anschließenden Medientermin bewies der Profi allerdings Galgenhumor. Zur Begrüßung meinte er in Richtung der Pressevertreter: „Na gut, bringen wir es hinter uns, denn ihr wollt ja eh nicht mit mir reden.“

Die ganze Absurdität dieses Spieltags offenbarte sich endgültig bei einer Reporterfrage zu einer Szene, in welcher der Spielmacher höchstpersönlich den Weg frei blockte. Daraufhin merkte Mayfield trocken an: „Wisst ihr, wenn man den Ball nicht wirft, muss ich mich ja irgendwie beschäftigen.“

Laut Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press datiert das einzige andere Duell dieser Art vom 29. September 1974. Seinerzeit gelang dieses Kuriosum den Buffalo Bills rund um Superstar O.J. Simpson ganz ohne gültigen Raumgewinn per Wurf. Damals feuerte Spielmacher Joe Ferguson bloß zwei erfolglose Bälle ab. Vor über 50 Jahren erlief Simpson in besagter Begegnung stolze 117 Yards.

Am aktuellen Spieltag liefen dafür zwei andere Angreifer zur absoluten Höchstform auf. Gemeinsam sammelten Kenneth Gainwell und Bucky Irving satte 310 Rushing-Yards. Allein 170 Yards steuerte Irving gegen die Defensive aus Atlanta bei, was starken 6,3 Yards je Aktion entspricht. Weitere 140 Yards sowie durchschnittlich 5,6 Yards pro Anlauf verbuchte sein Kollege Gainwell.

Spielte die heftige Witterung bei den Profis vorher irgendeine Rolle? Überhaupt nicht! „Ich werde euch nicht anlügen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal vor einem Footballspiel das Wetter gecheckt habe“, klang es nach Schlusspfiff aus den Katakomben. „Wir müssen ja sowieso darin spielen. So denke ich darüber. Regen, Schnee, Schlamm – man muss sowieso darin spielen.“

Sicherlich ließe sich darüber diskutieren, ob vereinzelte Würfe nach dem Seitenwechsel die Ausbeute der Hausherren noch weiter in die Höhe geschraubt hätten. Welche Gefahren das Passspiel unter diesen Umständen jedoch barg, demonstrierten die Gäste eindrucksvoll. Bei 24 Versuchen fand Falcons-Akteur Michael Penix Jr. lediglich achtmal den Mitspieler, leistete sich aber gleich vier fatale Ballverluste durch Interceptions.

Solch einen sturen wie erfolglosen Kampf gegen Windmühlen ersparten sich die Gastgeber glücklicherweise komplett. Stattdessen pflügten sie lieber pausenlos über das nasse Grün – von einer Endzone zur anderen, Schritt für Schritt, bis der geschichtsträchtige Zu-Null-Triumph unter Dach und Fach war. (red)