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Kameltreiber-Skandal: Radprofi Rick Zabel schämte sich und klagte an

Der deutsche Radprofi Rick Zabel schämt sich für den Rassismus-Skandal im deutschen Team bei Olympia in Tokio.

Radprofi Rick Zabel am 12. Juni 2021 bei der Tour de Suisse.

Der Deutsche Olympische Sportbund zog aus dem Eklat um Rad-Sportdirektor Patrick Moster (54) doch noch Konsequenzen. Einen Tag nach seiner rassistischen Entgleisung musste Moster am Donnerstag (29. Juli 2021) von den Olympischen Spielen in Tokio abreisen.

Köln/Tokio. DOSB-Präsident Alfons Hörmann (60) reagierte dann auch auf die Kritik, dass Moster nicht schon am Tag seines rassistischen Aussetzers heim geschickt wurde. „Entscheidungen von der Tragweite trifft man nicht einfach mal schnell und einfach aus der ersten Emotion. Da gilt's zumindest nach unserem Verständnis, die notwendige Ruhe und Professionalität an den Tag zu legen. Dass sich vielleicht auch viele eine schnellere Entscheidungsfindung gewünscht hätten, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Wir haben es in letzter Konsequenz zu verantworten. Ich denke, die Entscheidung am heutigen Tag ist genauso klar, wichtig und richtig, wie sie es gestern Abend gewesen wäre.“

Kameltreiber-Skandal: DOSB reagiert einen Tag nach Rassismus-Eklat

Der Pfälzer Moster hatte den Kölner Radprofi Nikias Arndt (29) an der Strecke mit den rassistischen Worten „Hol' die Kameltreiber, hol' die Kameltreiber, komm“ angefeuert, die vor ihm fahrenden Azzedine Lagab (Algerien) und Amanuel Ghebreigzabhier (Eritrea) noch einzuholen. Die Rufe waren vom Fernsehen eingefangen und live übertragen worden.

Nicht viele Sportler reagierten auf diesen Eklat. Deutliche Worte fand dagegen der in Köln lebende Radprofi Rick Zabel (27, Team Israel Start-Up-Nation): „Ich habe sehr lange mit mir gerungen, öffentlich was zum Thema Patrick Moster und seinen rassistischen Aussagen zu sagen. Auf der einen Seite verstehe ich alle Sportler/innen, die nichts dazu sagen, weil man Angst davor hat, selbst in die Schusslinie zu geraten, wenn man seine Meinung äußert oder einfach nicht mehr für eine EM, WM oder Olympia nominiert wird. Ich habe mich trotzdem dazu entschlossen, weil es meine Sportart direkt betrifft und ich es schade finde, wenn fast niemand dazu Stellung bezieht“, schrieb Zabel am Mittwoch auf Instagram.

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Und weiter: „Auch wenn ich selber nicht bei Olympia bin, schäme ich mich für die Aussagen, die vom Sportdirektor des BDR gegenüber zwei Radsportlern aus Eritrea und Algerien getroffen worden sind und vor allem für die lapidare Entschuldigung nach dem Rennen.“

Zabel hätte sich eine sofortige harte Konsequenz für Moster gewünscht, diese kam dann erst einen Tag später. Zabel schreibt: „Während der Fußball-EM wird mit dem Finger auf den Fußball gezeigt, doch bei einem Vorfall im eigenen Sport sind alle still. Wenn wir die olympischen Werte und Anti-Rassismus-Kampagnen predigen und auch nachhaltig glaubhaft vertreten wollen, dann darf ein solcher Vorfall nicht geduldet werden.“ Er schließt sein Statement mit den Worten: „Für Rassismus gibt es keine Entschuldigung.“

Patrick Moster droht auch Strafe vom BDR

Welche Konsequenzen für Moster nun vom BDR folgen ist noch nicht klar. Hörmann sagte dazu: „In dem Moment, in dem Patrick Moster daheim ankommt, ist er in der Verantwortung des BDR und nicht mehr in unserer unmittelbaren Verantwortung. Da wollen und werden wir dem BDR weder vorgreifen, noch irgendwelche Ratschläge geben. Das ist in der Heimat zu führen.“

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