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Mit Maske zur SiegerehrungBiathlon-Stars dominierten trotz Corona-Verdacht: „Ist mir peinlich“

Johannes Thingnes Bö und sein Bruder Tarjei stehen bei der Siegerehrung neben Martin Ponsiluoma. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz.

Johannes Thingnes Bö (M.) und sein Bruder Tarjei erschienen am 4. März 2023 mit Maske zur Siegerehrung mit Martin Ponsiluoma.

Weltcup-Sieg trotz Corona-Infektion? Johannes Thingnes Bö und sein Bruder Tarjei distanzierten die Konkurrenz in der Verfolgung in Nove Mesto deutlich. Zur Siegerehrung erschienen sie anschließend mit Maske.

von Antje Rehse (are)

Aufregung um Biathlon-Dominator Johannes Thingnes Bö (29) und seinen Bruder Tarjei (34). Die beiden Norweger liefen am Samstag (4. März 2023) in Nove Mesto zum Doppelsieg in der Verfolgung. Zur anschließenden Siegerehrung erschienen beide mit Mund-Nasen-Schutz – aus gutem Grund.

Denn beide starteten trotz Verdacht auf eine Corona-Infektion. Das gab Johannes Thingnes Bö zu. „Ich habe drei Tests gemacht. Einer zeigte eine schwache Linie an, einer eine ganz schwache und einer war negativ“, sagte er gegenüber dem norwegischen Sender TV2.

Bö über Ansteckungsgefahr: „Wir sind ja ganz alleine gelaufen“

Beim Rennen war von einer möglichen Erkrankung nichts zu sehen. Johannes Thingnes Bö stürmte trotz zweier Schießfehler mit über 30 Sekunden Vorsprung vor seinem älteren Bruder ins Ziel, der wiederum den Schweden Martin Ponsiluoma (27) deutlich hinter sich ließ. Schon im Sprint am Donnerstag (2. März) hatten die Bö-Brüder die beiden ersten Plätze belegt.

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Nach dem Rennen gab Johannes Thingnes Bö im Interview mit dem norwegischen Fernsehen zu, er habe sich anders als noch am Morgen nicht zu 100 Prozent fit gefühlt. Die Mixed-Staffel am Sonntag (5. März) wird er auslassen. Die Vermutung: Die Bö-Brüder könnten sich bei Teamkollege Sturla Holm Laegreid (26) angesteckt haben. Der Staffel-Olympiasieger war bereits am Mittwoch (1. März) aus Nove Mesto abgereist, nachdem er sich krank gefühlt hatte und positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Darauf angesprochen, dass er andere anstecken könnte, sagte Bö: „Wir haben versucht, Abstand zu allen zu halten. Es ist mir peinlich, wenn ich hier herumlaufe.“

Auf der Strecke war es ihm jedenfalls gelungen, alle anderen auf Distanz zu halten. „Ich glaube nicht, dass wir irgendjemanden angesteckt haben. Wir sind ja ganz alleine gelaufen“, so Bö, der bei der WM in Oberhof in diesem Jahr mit sieben Medaillen der alles überragende Athlet war. „Jetzt geht es schnell wieder nach Hause. Keine Interviews mehr, direkt ins Bett und dann das Beste hoffen.“

Nachdem die Corona-Bestimmungen weitestgehend aufgehoben wurden, ist es den Athletinnen und Athleten selbst überlassen, wie sie mit einer Infektion umgehen. Dennoch gab es Kritik an der Entscheidung der Bö-Brüder, trotz der positiven Tests zu starten.

Die norwegische Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen (49) bezeichnete den Start als riskant. „Sie haben das Rennen gewonnen, aber ich mache mir Sorgen um bleibende Schäden“, sagte der achtfache Olympiasieger im norwegischen Fernsehen. Die Gesundheit müsse an erster Stelle stehen. Nehmen Sie an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Der Schwede Sebastian Samuelsson (25) zeigte dagegen Verständnis. „Ich verstehe, dass man weitermachen will, wenn man den Weltcup anführt“, sagte Samuelsson. Er selbst sei in dieser Saison ebenfalls schon krank den Start gegangen, in Le Grand-Bornand lief er trotz Erkältung. „Es war nicht gut für mich. Vielleicht hätte ich das nicht tun sollen“, gibt er rückblickend zu.

Der Biathlon-Weltverband IBU hatte vor dieser Saison die Streichergebnisse abgeschafft. Das heißt, dass alle Weltcup-Rennen ins Gesamtergebnis einfließen. Bö war einer der Athleten, die diese Entscheidung im vergangenen Jahr scharf kritisiert hatten. Auch Samuelsson übte nun Kritik. „Die Gefahr ist, dass man deshalb an den Start geht, auch wenn man nicht ganz gesund ist.“