In der Formel 1 steuert Kimi Antonelli auf den WM-Titel zu. Geht es nach seinem Vater, hätte es dazu eigentlich niemals kommen sollen.
Es geht um Vater MarcoKimi Antonelli enthüllt die brisante Schumi-Parallele

Formel-1-Wunderkind Kimi Antonelli (20) ging es als Kind wie Mick Schumacher (27). „Mein Vater wollte nicht, dass ich Rennen fahre, denn Motorsport ist zwar ein wunderbarer Sport, kann aber bisweilen sehr grausam sein. Er hatte das selbst erlebt und befürchtete, dass ich große Enttäuschungen erleben könnte“, erzählt der Mercedes-Jungstar in „GQ“.
Antonelli verrät damit eine interessante Parallele zu seinem Ex-Rivalen bei Mercedes. Dessen Vater Michael Schumacher (57) wollte zunächst auch nicht, dass sein Sohn Rennfahrer wird.
Antonelli will verpatzte Monza-Premiere korrigieren
Doch wie Mick, dessen Formel-1-Karriere nach dem verlorenen Mercedes-Shootout gegen Kimi im Mai 2024 beendet war, setzte sich der Italiener gegen seinen Vater durch.
Und während Schumi junior in der IndyCar-Serie verzweifelt um sein erstes Top-Ten-Ergebnis kämpft, kommt Antonelli als erster italienischer WM-Spitzenreiter seit Legende Alberto Ascari (36) 1953 zum Heimrennen nach Monza (Sonntag, 6. September 2026, 15 Uhr, Sky).
Bei 59 Punkten Vorsprung auf die punktgleichen George Russell (28, Mercedes) und Lewis Hamilton (41, Ferrari) sind Kimis Chancen, jüngster Weltmeister zu werden, weiter bestens.
In den Gefühlsrausch der Tifosi, der sonst die Ferrari-Fahrer im Königlichen Park empfängt, dürfte diesmal auch Mercedes-Fahrer Kimi eintauchen können. „Ich freue mich riesig. Ich gehe die Sache definitiv mit einer anderen Einstellung und Denkweise an und habe das Gefühl, dass ich das Wochenende viel mehr genießen kann.“
Bei seiner Monza-Premiere im Vorjahr drehte er sich im Training von der Strecke, kassierte im Rennen eine Zeitstrafe und musste sich mit Rang neun begnügen. Die Fehlerserie der Vorsaison aber liegt weit hinter Antonelli.
Dank einer steilen Lernkurve und der neuen Auto-Generation dominierte er die erste Saisonphase mit fünf Siegen in Serie und dem Sieg in Spa. Doch im Entwicklungsrennen der Top-Teams haben Ferrari, Red Bull und vor allem McLaren mit Titelverteidiger Lando Norris (26) aufgeholt.
Norris gewann jüngst in Budapest und Zandvoort und schickt sich an, eine ähnliche Aufholjagd wie im Vorjahr Max Verstappen (28) zu starten. Nach einem Riesen-Rückstand zur Saisonmitte fehlten dem Niederländer am Ende nur zwei Punkte auf Champion Norris.
„Wir haben nicht das Geld, um Weiterentwicklungen am Auto vorzunehmen“, sagte Teamchef Toto Wolff (54) mit Verweis auf die Budgetgrenze. Erst nach den nächsten drei WM-Läufen in Italien, Spanien und Aserbaidschan soll es das nächste große Update-Paket geben.
„Als Team müssen wir noch etwas Zeit finden, McLaren hat einen großen Schritt gemacht“, sagte Antonelli. „Der Job ist noch nicht erledigt. Es muss noch viel passieren, wir müssen noch vieles erreichen.“
Und Kimi muss ausgerechnet im Heimrennen eine Aufholjagd hinlegen. Mercedes entschied ganz rational, in Monza eine in den nächsten Rennen unausweichliche Startplatzstrafe für einen Motorenwechsel in Kauf zu nehmen.
„In unserem Sport werden keine Sentimentalitäten belohnt“, erklärte Wolff. „Unsere Berechnungen haben ergeben, dass dies die beste Strecke dafür ist. Natürlich berücksichtigen Algorithmen die Nationalität nicht. Aber wir kämpfen hier um die Meisterschaft, und nicht darum, die meiste PR zu bekommen.“
Antonelli in Monza unter erschwerten Bedingungen
Kimi startet also vom Ende des Feldes, sein Punktepolster dürfte schmelzen. Doch wie der Nachfolger von Rekordweltmeister Hamilton bei Mercedes mit dem Druck des Gejagten umgeht, ist bemerkenswert. Erst seit ein paar Tagen ist Antonelli kein Teenager mehr, im Vergleich zu seiner Debütsaison zeigt er sich jedoch deutlich gereift.
Auch wenn er abseits der Strecke noch fast kindliche Freude an Streichen mit der Wasserpistole und Torte-ins-Gesicht-drücken hat, ist Antonelli im Auto ein ganz anderer. „Wenn er in den Rennmodus schaltet, geht er völlig darin auf. Man kann über Funk mit ihm sprechen, aber er hört einen nicht einmal, weil er ganz in seiner eigenen Welt versunken ist“, erzählte Wolff. Antonelli habe eine „Doppelnatur“ wie einst Ikone Ayrton Senna (34).
Mit solchen Vergleichen hält sich Kimi nicht auf. „Sei immer du selbst und sei auch in der Lage, das zu genießen“ diesen Rat hätte ihm Tennis-Idol Roger Federer (45) gegeben. Kimis nächster Genussmoment soll in Monza folgen.
