Crash unter KumpelsNorris sauer auf Verstappen: Red-Bull-Rüpel rammt McLaren-Verfolger raus

Max Verstappen und Lando Norris Rad an Rad beim Rennen der Formel 1 in Österreich am Sonntag (30. Juni 2024)

Max Verstappen und Lando Norris Rad an Rad beim Rennen der Formel 1 in Österreich am Sonntag (30. Juni 2024)

Max Verstappen und Lando Norris duellierten sich um die Führung, dann kam es zur Kollision. Nutznießer ist George Russell, Nico Hülkenberg fuhr auf einen starken sechsten Rang.

von Oliver Reuter (reu)

Nach dem neuen Stunk im Bullen-Stall kracht es bei Max Verstappen (26) jetzt auch auf der Strecke.

Der Weltmeister, der sich nach seinem Sprint-Sieg am Samstag über den erneuten Zoff zwischen Vater Jos (52) und Teamchef Christian Horner (50) ärgern musste, löste beim Kampf um den Sieg im Österreich-GP eine Kollision mit Lando Norris (24) aus.

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Sein McLaren-Verfolger schied aus und erlebte nach dem verpatzten Start in Barcelona die nächste Enttäuschung. Verstappen wurde nach einem Not-Reifenwechsel noch Fünfter und baute seine WM-Führung dank seines Sprint-Sieges und Norris-Nullers sogar auf 81 Punkte auf den Briten aus.

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Hinterher war mächtig Stunk zwischen den beiden Kumpels, die normalerweise gemeinsam im Privatjet nach Monaco zurückfliegen wollten. „Ich bin einfach nur enttäuscht. Es war grenzwertig, was Max gemacht hat. Es war etwas dumm“, schimpfte Norris. Doch er nahm sich auch mit in die Pflicht: „Tut mir leid fürs Team, ich habe das Rennen zerstört.“ Und auf die Nachfrage, ob er sich nun mit seinem Kumpel aussprechen werde, sagte er: „Das muss er sagen, nicht ich. Er ist dran.“

So sah es auch Sky-Experte Timo Glock (42): „Max bewegt sich während der Bremsphase und zieht Lando vors Auto. Das ist unter Fahrern geklärt und nicht erlaubt. Max hat es ausgereizt bis in den Graubereich. Das war über dem Limit.“

Verstappen stritt den Vorwurf zunächst ab: „Ich habe immer nach meinem Move gebremst.“ Doch dann sah er ein, dass er wohl nicht unschuldig an der Kollision war: „Das war natürlich schade, dass es passiert ist. Ich hatte es nicht mehr unter Kontrolle. Wir haben viele Fehler gemacht, die Pitstops waren sch …“ Und auf Nachfrage, ob er mit Norris auf dem Rückflug in die gemeinsame Wahlheimat Monaco darüber sprechen werde, sagte er: „Da werden wir drüber reden, aber vielleicht nicht heute.“

Lachender Dritter war George Russell (26), der für Mercedes den ersten Sieg seit Interlagos 2022 einfuhr und Rekordweltmeister Lewis Hamilton (39, Vierter) in dessen Abschiedssaison immer mehr in den Schatten stellt.

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Zweiter wurde Oscar Piastri (23, McLaren) vor Carlos Sainz (29, Ferrari). Haas-Routinier Nico Hülkenberg (36) hielt Verstappen-Edelhelfer Sergio Perez (34) in den letzten Runden mit starken Manövern hinter sich und holte als Sechster acht Punkte.

„Das Duell mit Checo hat richtig Spaß gemacht. Ich habe alles rausgehauen und bin die letzte Runde mit 200er-Puls gefahren. Das feiern wir jetzt mit ein paar Bierchen“, kündigte der Emmericher an.

Eine bittere Pille gab es dagegen wieder für Ferrari-Star Charles Leclerc (26). Der Monaco-Sieger musste nach einer Berührung mit Piastri nach der ersten Runde an die Box und den Frontflügel wechseln lassen. Der Monegasse fiel ans Ende des Feldes zurück und arbeitete sich mühsam auf Rang elf vor.