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„Verkaufe nicht die Seele der Formel 1“ F1-Boss über Katar-Grand-Prix – Renn-Rückkehr nach Deutschland?

F1-Boss Stefano Domenicali schaut das Rennen in Monaco.

Formel-1-Boss Stefano Domenicali beim Großen Preis von Monaco am 29. Mai 2022.

Viele Formel-1-Fans wünschen sich einen Deutschland-Grand-Prix zurück. F1-Boss Stefano Domenicali ist nicht abgeneigt, doch hapert es an verschiedenen Kriterien. Zudem verteidigt er die Rennen in Katar & Saudi-Arabien.

Sehen wir die Formel 1 bald wieder zurück in Deutschland? Rennsport-Boss Stefano Domenicali (57) würde eine Rückkehr begrüßen – nimmt Streckenbetreiber und Politik dafür aber in die Pflicht.

„Wenn ich selbst keinen Anruf mache, sehe und höre ich wenig aus Deutschland“, sagte der 57-Jährige der „Sport Bild“: „Sie sprechen, sprechen, sprechen, aber am Ende braucht man Fakten. Es ist mir ein Rätsel, wie man heutzutage kein Business rund um einen Grand Prix aufbauen kann.“

Formel-1-Rückkehr nach Deutschland hängt an Bedingungen

Die Situation in Deutschland sei „komplizierter“ als in anderen Ländern, in denen das Geld für Motorsport lockerer sitzt. Gleichwohl sei ein Rennen in Hockenheim oder auf dem Nürburgring reizvoll, „aber der Grand Prix muss sich für alle Seiten lohnen“, betonte der Italiener: „Wir können nicht alle Kosten übernehmen. Dafür müssen wir einen Weg finden. Kriegen sie das hin, werden wir auch wieder ein Rennen in Deutschland haben.“

Zuletzt hatte der Formel-1-Terminkalender im Jahr 2019 ein Rennen in Deutschland vorgesehen – damals wurde mit finanzieller Unterstützung von Mercedes in Hockenheim gefahren. 2020 rückte ein Grand Prix auf dem Nürburgring wegen der Corona-Pandemie ins Programm.

Geld allein sei jedoch nicht das ausschlaggebende Argument, sagte Domenicali und belegte seine Aussage mit dem Beispiel Russland. Für ihr Rennen in Sotschi hätten die Russen „deutlich besser als nur gut gezahlt“, die Summen seien „verrückt“ gewesen, sagte der 57-Jährige. Laut Medien soll der Russland-Grand-Prix rund 50 Millionen Euro pro Jahr eingebracht haben.

Kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hatte man das Rennen im September in Sotschi aber abgesagt. „Ich sage immer, dass man niemals nie sagen soll – in diesem Fall kann ich aber versprechen: Wir werden keine Verhandlungen mehr mit ihnen führen. Es wird dort kein Rennen mehr geben“, so der F1-Boss. 

Dass Rennen in Staaten wie Saudi-Arabien und Katar stattfinden, verteidigte Domenicali hingegen: „Ich verkaufe nicht die Seele der Formel 1. Ich glaube, dass das der normale Wandel ist“, sagte er und ließ auch das Argument der Geldgier nicht gelten: „Geld ist überall wichtig. Auch für uns. Aber wir schauen nicht nur darauf, das Gesamtpaket muss stimmen. Würden wir nur auf das Konto schauen, würde der Rennkalender definitiv anders ausschauen.“ (dpa)

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