Deutschland will EM-Gold! Doch aus einer großen Party mit den Fans in Köln wird es nichts.
Köln-Pläne dahinStreik funkt deutschen Handballern dazwischen
Die deutschen Handballer stehen bei der EM im Finale, wollen das Turnier am Sonntag durch einen Überraschungssieg im Finale vergolden. Bereits jetzt steht aber fest: Einen Empfang des DHB-Teams wird es danach nicht geben – unabhängig vom Ausgang des Spiels.
Ursprünglich angedacht war laut dpa eine Party mit den Fans in Köln oder Hannover. Doch entsprechende Planungen musste der DHB am Freitag begraben.
Warnstreik macht Party-Pläne zunichte
Der Grund: die erwarteten Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr am Montag. „Planungen für einen großen Empfang in der Heimat musste der Deutsche Handballbund am Freitag stoppen“, teilte der DHB vor dem Finale an diesem Sonntag (18 Uhr/ZDF und Dyn) gegen Dänemark mit.
Grund hierfür sei neben logistischen und zeitlichen Zwängen insbesondere der Streik. Die Gewerkschaft Verdi hatte für Montag bundesweit zu Warnstreiks im ÖPNV aufgerufen.
Stattdessen soll die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason, die Silber sicher hat, beim Länderspiel im Frühjahr geehrt werden. „Wir planen bereits jetzt rund um das nächste Heimländerspiel unserer Nationalmannschaft am 19. März in der Dortmunder Westfalenhalle ein Dankeschön für unsere Fans“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mark Schober. Dann trifft die deutsche Mannschaft auf Ägypten.
Zunächst will es das DHB-Team gegen den Olympiasieger und Weltmeister aber besser machen als beim Aufeinandertreffen in der Hauptrunde. „Wir werden unser Leben auf dieser Platte lassen“, sagte Kreisläufer Justus Fischer und schmiedete mit seinen Mitspielern Pläne für eine Revanche.
Revanche für das verlorene Hauptrunden-Spiel (26:31) am vergangenen Montag. Revanche aber noch viel mehr für das krachend verlorene Olympia-Finale (26:39) vor anderthalb Jahren.
„Das würde sehr schmecken“, sagte Fischer grinsend. Wenn man über 60 Minuten so verteidige wie phasenweise im Halbfinale gegen Kroatien (31:28), könne Deutschland auch die Super-Dänen um Welthandballer Mathias Gidsel schlagen: „Und ich bin mir sicher, dass das am Sonntag passieren wird.“
Während Linksaußen Lukas Mertens „kein Déjà-vu von Olympia 2024“ erleben will, betonte Torhüter Andreas Wolff: „Jetzt haben wir die Chance, uns für ein tolles Turnier zu belohnen und Geschichte zu schreiben.“ (dpa/sid)

