Ein vergebener Kopfball bringt einen TV-Experten zum Kochen. Doch die nackten Zahlen zeigen ein völlig anderes Bild! Zum Glück für Leon Goretzka.
Wut über Pokal-AusEx-Profi zerlegt Goretzka nach Villa-Pleite

Copyright: IMAGO / Pro Sports Images
Leon Goretzka wurde nach Villa-Pleite im Pokal scharf kritisiert.
Kaum steht er erstmals überhaupt in der Anfangsformation von Aston Villa, prasselt schon heftige Schelte auf ihn ein! Nach der bitteren 0:3-Klatsche gegen Bournemouth im Ligapokal wird Leon Goretzka hart angegangen.
Ausgeteilt hat Ex-Premier-League-Profi Jay Bothroyd. Erst in der vergangenen Sommerpause hatte der deutsche Mittelfeld-Akteur den FC Bayern verlassen, um künftig in England aufzulaufen.
Diese Szene bringt den Experten auf 180
Das Pokalduell entwickelte sich für das Team aus Birmingham zu einem echten Debakel. Schon früh sorgte Ex-Leverkusener Amine Adli für den ersten Treffer der Hausherren aus Bournemouth. Als die zweite Halbzeit lief, schraubten erst Lewis Cook und später auch noch Álvaro Rodríguez das Resultat weiter in die Höhe.
Durch diese Abreibung fand auch ein beeindruckender Lauf sein jähes Ende, nachdem die Mannschaft zuvor siebenmal hintereinander ohne Niederlage geblieben war. Am Mikrofon des Senders Sky Sports verlor Bothroyd vor allem wegen einer Aktion unmittelbar vor dem Pausenpfiff komplett die Fassung. Das berichtet „Sport1“.
Es lief bereits die Nachspielzeit von Durchgang eins: Nach einer Ecke von Emiliano Buendia schraubte sich Goretzka hoch, köpfte das Leder jedoch am Kasten vorbei. Genau dieser vergebene Moment brachte das Fass für den ehemaligen englischen Auswahlspieler zum Überlaufen. „Das war ihre beste Chance. Buendia hat überall für Chaos gesorgt, den Ball hereingebracht und Goretzka kommt zum Abschluss“, urteilte der Experte im Studio.
Doch dabei beließ es Bothroyd keineswegs. Er steigerte sich immer weiter in seinen Ärger hinein und sprach während der Sendung sogar seinen TV-Kollegen direkt an: „Ich weiß nicht, warum er den Ball nach unten köpft. Das ist kein schwieriger Kopfball, er muss das Tor treffen. Glenn, schau dir das an. Ich kann das nicht glauben – das ist ein freier Kopfball. Er muss treffen, das ist schwach. Er hat für einige der größten Klubs der Welt gespielt.“
Wirft man jedoch einen Blick auf die nüchternen Fakten, wirkt diese harte Abrechnung ziemlich überzogen. Der statistische Expected-Goals-Wert bei diesem Versuch lag nämlich bei winzigen 0,03. In den offiziellen Aufzeichnungen taucht diese Aktion daher überhaupt nicht als ausgelassene Top-Gelegenheit auf. Über die volle Distanz erspielte sich das Team aus Birmingham zwar einen xG-Gesamtwert von 1,65, versemmelte dabei allerdings vier wirkliche Hochkaräter.
Es kommt sogar noch besser für den Ex-Münchner: Auf der Plattform FotMob kassierte Goretzka die Note 7,2 und schnitt damit besser ab als jeder andere Profi seiner Truppe. Überragende 97 Prozent seiner Zuspiele fanden den eigenen Mann.
Obendrein teilte er sich mit einem anderen Akteur auf dem Rasen den Spitzenplatz für die meisten geglückten Dribblings im gesamten Match. Ungeachtet der herben Abfuhr zählte der Deutsche somit genau wie Joao Gomes zu den wenigen Lichtblicken der Auswärtsmannschaft. (red)
