Ex-DFB-Kapitän ungewohnt deutlich Philipp Lahm fordert radikalen Wandel nach Fußball-WM

Philipp Lahm auf dem DFB-Bundestag in Bonn am Rednerpult.

Philipp Lahm am 11. März 2022 auf dem DFB-Bundestag in Bonn. Der frühere Kapitän der Nationalmannschaft hat sich jetzt kritisch über die WM-Vergabe der FIFA geäußert.

Klare Worte von Weltmeister Philipp Lahm. Der Ex-DFB-Kapitän hat sich kritisch über die Vergabe der WM 2022 nach Katar geäußert und Änderungen für die kommenden Turniere gefordert.

Philipp Lahm (38) ist für gewöhnlich eher Diplomat als Mann der großen Worte, doch mit Blick auf die Zeit nach der WM 2022 in Katar hat der frühere DFB-Kapitän jetzt mit deutlichen Aussagen in die Zukunft geblickt.

Die Vergabe der WM 2022 in den international umstrittenen Wüstenstaat müsse als Lehre dienen, um ähnliche Fehler künftig zu vermeiden, forderte der Weltmeister von 2014. Auf die Frage, ob die Entscheidung im Jahr 2010 pro Katar hätte ausfallen dürfen, sagte Lahm im RND-Interview: „Nein, hätte sie nicht.“

Philipp Lahm fordert FIFA zu mehr Transparenz auf

Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder Kritik an der Hinterzimmer-Politik bei der FIFA gegeben hatte, forderte Lahm eine Reform zugunsten von mehr Transparenz im Sinne des Fußballs. „Grundsätzlich halte ich es für unabdingbar, dass künftig bei der WM-Vergabe wasserfeste Kriterien festgelegt werden, an die man sich dann auch hält“, betonte er: „Das Auswahlverfahren muss transparent sein.“

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Die Doppelvergabe der WM-Endrunde 2018 an Russland und 2022 an Katar durch das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA war von heftigen Korruptionsvorwürfen und Anschuldigungen begleitet gewesen.

Ursprünglich war die Endrunde in Katar außerdem für den Sommer geplant gewesen, erst gut vier Jahre nach der Vergabe wurde im März 2015 der Winter als Termin für das Turnier beschlossen. Unterlegene Mit-Bewerber kritisierten damals, dass der Schritt schon vor der Vergabe hätte angekündigt werden müsse.

Philipp Lahm stimmt neuem DFB-Boss zu

Wie zuvor schon der neue DFB-Präsident Bernd Neuendorf (60) äußerte auch Lahm sein Unverständnis über die Vergabe-Kriterien der FIFA: „Wenn man in den Evaluierungsbericht der FIFA schaut, wurde davon abgeraten, unter anderem aufgrund der Menschenrechtslage, der Nachhaltigkeit. Da fragt man sich natürlich, warum trotzdem für Katar gestimmt wurde. Das finde ich schon komisch.“

Einen Turnier-Boykott der deutschen Nationalmannschaft hält der langjährige Spielführer für nicht angebracht, sportlich sieht er die DFB-Auswahl zudem noch nicht als Teil des erweiterten Favoritenkreises. Die kontinuierliche Entwicklung der vergangenen Monate müsse dafür erst noch bestätigt werden, so Lahm. Der denkt dafür schon einen Schritt weiter: „Daher schiele ich eher auf 2024.“ (bc/sid)

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