Er hat Zivilisten in den Kopf geschossen Russischer Soldat (21) wurde jetzt verurteilt

Minuten-Prozess Katar schickt Ex-Medienchef der WM ins Gefängnis: Familie mit schweren Vorwürfen gegen FIFA

FIFA-Boss Gianni Infantino (r) und Katars Fußball-Boss Sheikh Hamad Bin Khalifa Bin Ahmed Al-Thani.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (r). und Katars Fußballverbandspräsident Sheikh Hamad Bin Khalifa Bin Ahmed Al-Thani beim FIFA-Arab-Cup in Al-Khor am 6. Dezember 2021.

Ein Prozess in Katar sorgt für Aufsehen. Der ehemalige Mediendirektor der Fußball-WM 2022 muss ins Gefängnis. Seine Familie schlägt Alarm.

Abdullah Ibhais, ehemaliger Medien- und Kommunikationsdirektor des Organisationskomitees der Fußball-WM in Katar, muss für drei Jahre ins Gefängnis. Diese Entscheidung traf das Berufungsgericht in der Hauptstadt Doha am Mittwoch (15. Dezember 2021). Dem Jordanier war vorgeworfen worden, Bestechungsgelder angenommen zu haben.

Die Familie des Verurteilten wies die Vorwürfe erneut entschieden zurück und sprach in einer Stellungnahme von einem „Willkür-Urteil“. Ibhais, der zunächst eine fünfjährige Haftstrafe hätte absitzen sollen, habe zu seiner Berufungsverhandlung nicht persönlich erscheinen dürfen, das Gericht habe die Verteidigung nicht angehört. Der ganze Prozess habe nicht einmal eine Minute gedauert, hieß es.

Des Weiteren erhob die Familie schwere Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband und machte diesen „verantwortlich für Abdullahs Leid“. Die FIFA hätte ihn schützen müssen, hieß es.

Hat sich Ibhais für streikende Arbeiter in Katar eingesetzt?

Ibhais hatte geäußert, er werde verurteilt, weil er sich für streikende Arbeiter eingesetzt habe. Sein Fall ist auch ein Fall Hassan Al-Thawadi. Der WM-Organisationschef soll im August 2019 versucht haben, eine kritische Berichterstattung über die WM 2022 zu verhindern. Damals gingen Bilder von streikenden Arbeitern um die Welt. Kommunikationsdirektor Ibhais soll sich in der Diskussion darüber gegen Al-Thawadi gestellt haben.

Im Oktober 2019 wurde eine interne Untersuchung gegen ihn eingeleitet, im November wurde er festgenommen. Sein Geständnis sei mit Drohungen erzwungen worden, sagte er. Zuletzt soll er in einem 30-tägigen Hungerstreik 20 Kilo Gewicht verloren haben.

Human Rights Watch und Fairsquare hatten schon gegen das erste Urteil protestiert und ein faires Verfahren angemahnt. Dies sei Ibhais nun gewährt worden, betonten die katarischen Behörden in einer Stellungnahme.

Alles zum Thema Katar
  • WM 2022 Neuer Skandal in Katar: Schwulen-Verbot in offiziellen FIFA-Hotels aufgedeckt
  • WM 2022 2,5 Millionen Ticket-Anfragen: Gruppenspiel sorgt für unglaublichen Fan-Andrang
  • Skandal-WM in Katar? FIFA-Boss Infantino schaltet auf Durchzug – „Fortschritte nicht zu leugnen“
  • Katar Vergewaltigung an Mexikanerin angezeigt – wird aber nicht untersucht
  • 100 statt 90 Minuten? Gerüchte um Spielzeit-Revolution bei WM: FIFA reagiert auf Riesen-Wirbel
  • WM 2022 Gastgeber muss verzichten: FIFA entzieht Katar das Eröffnungsspiel
  • Spielplan der WM 2022 im Überblick Kurioser Start: Katars Eröffnungsspiel erst als dritte Partie
  • Warnung vor Angriffen bei WM Verantwortlicher aus Katar rät Fans von Regenbogenflaggen ab
  • „Passiert uns nicht zweimal“ WM-Kracher gegen Spanien am 1. Advent: Deutschland mutig nach Auslosung
  • Vor Katar-Auslosung WM-Botschafter sorgt mit scheinheiligen Aussagen für Kopfschütteln

In Katar findet aktuell die WM-Generalprobe Arab-Cup statt. Auch führende FIFA-Vertreter wie Präsident Gianni Infantino (51) sind oder waren vor Ort. (sid)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.