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Selecao-Tanz ins ViertelfinaleArroganz-Vorwürfe: „Frage der Zeit, bis jemand einen Brasilianer umhaut“

Brasiliens Neymar (r-l) feiert mit Lucas Paqueta, Raphinha und Vinicius Junior sein Tor zum 2-0.



Brasiliens Fußballer jubeln und tanzen.

Neymar (r.) feiert sein Tor gegen Südkorea am Montag (5. Dezember 2022) mit Lucas Paqueta, Raphinha und Vinicius Junior (l.)

Brasilien steht im Viertelfinale der WM. Die Südamerikaner setzten sich in ihrem ersten K.o.-Spiel souverän gegen Südkorea durch. Nun wartet Vizeweltmeister Kroatien.

von Anton Kostudis (kos)

Das war mal eine echte Ansage! Mit 4:1 hat Brasilien ein über weite Strecken überfordertes Team Südkoreas am Montagabend (5. Dezember 2022) im Achtelfinale aus dem WM-Turnier geschossen – und seine Titel-Ambitionen eindrucksvoll untermauert.

Bei der Rückkehr von Superstar Neymar (30) sorgte die „Selecao“ schon in Halbzeit eins für klare Verhältnisse, spielte die Asiaten phasenweise schwindelig. Im Viertelfinale am kommenden Freitag (16 Uhr) geht es nun gegen Vizeweltmeister Kroatien.

WM 2022: Brasilien nach Tor-Gala gegen Südkorea im Viertelfinale

Doch Luka Modric (37) & Co. sollen nur eine weitere Durchgangsstation auf dem Weg zum sechsten WM-Titel sein – seit 20 Jahren warten die Zauber-Fußballer vom Zuckerhut nun schon auf den nächsten Coup. Spielen sie so weiter, könnte der sechste Stern nach dem Finale am 18. Dezember bald auf dem brasilianischen Trikot prangen.

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Ein Edel-Fan fieberte derweil in der Heimat mit: Fußball-Legende Pelé (82) hatte vor der Partie eine Gruß-Botschaft an das Team gesendet. „Ich werde das Spiel hier im Krankenhaus schauen und drücke jedem von euch die Daumen. Wir sind gemeinsam auf dieser Reise. Viel Glück, Brasilien!“ schrieb Pelé. Der dreifache Weltmeister wird aktuell in Sao Paulo behandelt, er leidet an Darmkrebs.

Und die brasilianischen Stars schienen ihn gehört zu haben. Vor Zehntausenden frenetischen Fans im Stadion 974 in Doha legten sie furios los: Schon nach sieben Minuten klingelte es zum ersten Mal. Vinicius Junior (22) schob überlegt rechts oben zur Führung ein. Nur kurz darauf erwischte Südkoreas Woo-Young Jung (32) Tottenham-Stürmer Richarlison (25) beim Klärungsversuch am Fuß – Elfmeter! Neymar trat an – und verlud Keeper Seung-Gyu Kim (32). 2:0 (13. Minute).

Nach nicht einmal einer halben Stunde musste der bemitleidenswerte Kim zum dritten Mal hinter sich greifen: Diesmal traf Richarlison nach feiner Kombination (29.) Und Brasilien hatte noch nicht genug: Noch vor der Pause stellte Lucas Paqueta (25) per Direktabnahme auf 4:0 (36.). Die Messe war gelesen – sogar der sonst so knurrige Brasilien-Coach Tite (61) ließ sich beim Torjubel zu einem Tänzchen mit seinen Stars animieren. Die Südamerikaner im Feier-Modus – Schock-Starre dagegen bei den hilflosen Südkoreanern.

Nach Sieg bei WM: Arroganz-Vorwürfe gegen Brasilien

Im zweiten Durchgang schalteten die Brasilianer dann einige Gänge zurück, auch der mittlerweile 39-jährige Dani Alves durfte noch mitmischen. Und Südkorea durch ein Traumtor von Seung-Ho Paik (25) noch den Ehrentreffer bejubeln (76.).

Doch es gab auch Kritik an den Brasilianern. Dass Tite kurz vor Schluss noch Keeper Alisson (30) auswechselte und Ersatzmann Weverton (34) so zu seinem WM-Debüt verhalf, und dass der Nationalcoach zwischenzeitlich mit seinen Stars am Spielfeldrand tanzte – das fassten einige Beobachter als Arroganz auf. So bezeichnete Ex-Profi und TV-Experte Roy Keane (51) den Tanz-Jubel als „Blödsinn“ und „respektlos“: „Ich kann nicht glauben, was ich da sehe.“

Tite hatte entweder schon einen Blick in die sozialen Medien geworfen, oder genau diese Reaktion wie von Keane geahnt. Der Brasilianer sagte nach der Partie über den Tanz: „Da muss ich vorsichtig sein. Es gibt böse Leute, die das respektlos finden.“

Keanes Experten-Kollegen Graeme Souness (69) sagte: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand einen dieser Brasilianer umhaut.“

Den Brasilianern dürfte es am Ende wurscht gewesen sein. Denn ein ganzes Land hat nur einen großen Traum: am 18. Dezember den sechsten WM-Titel zu feiern.