„Das ist kein Fußballstadion!“ Südafrikas Trainer Hugo Broos findet deutliche Worte für die moderne WM-Arena in Atlanta.
„Wenn ich ehrlich sein darf ...“Südafrika-Coach Broos lästert über futuristische WM-Arena
Der Coach von Südafrika, Hugo Broos (74), findet für die hochmoderne WM-Arena in Atlanta deutliche Worte. Sein Urteil fällt vernichtend aus: „Wenn ich ehrlich sein darf: Das ist kein Fußballstadion“, äußerte der gebürtige Belgier nach dem 1:1 seiner Mannschaft gegen Tschechien.
Die supermoderne Spielstätte vermittelt ihm einfach kein echtes Fußball-Gefühl. „Es ist fantastisch, aber nur der Rasen ist Fußball. Der ganze Rest nicht. Es ist eine Halle. Ich fühle die Atmosphäre nicht.“
Atlanta: WM-Fußball unter geschlossenem Dach
Die Arena in Atlanta besitzt eine mobile Dachkonstruktion, die aber für die Dauer der Weltmeisterschaft nicht geöffnet wird. Die Ursache liegt im Wetter des US-Staates Georgia. Dort herrschen im Sommer extreme Hitze, hohe Luftfeuchte und häufig heftige Niederschläge. Durch das permanent geschlossene Dach will man die Innentemperatur besser regulieren und zugleich den Rasen schützen.
Das Ambiente in der Spielstätte mit Platz für beinahe 70.000 Zuschauende lässt sich mit europäischen Verhältnissen schwerlich gleichsetzen. Oft ist es während der Partie überraschend leise, was Gespräche ohne Weiteres zulässt. Lediglich bei Treffern oder aussichtsreichen Gelegenheiten steigt der Lärmpegel ein wenig an.
Der Trainer persönlich hat eine Vorliebe für traditionelle Fußballarenen. „Wenn ich das mit dem Aztekenstadion vergleiche – das ist ein Stadion“, erklärte der 74-jährige Coach. In ebenjener Kult-Spielstätte in Mexiko-Stadt unterlag Südafrika im WM-Auftaktspiel dem Mit-Gastgeber Mexiko.
Eine positive Sache konnte der Trainer dem Bauwerk dann aber doch abgewinnen. Die Arena sei „für Fans fantastisch, weil sie alles sehen.“ (dpa/red)
