„Irgendwas läuft falsch“ Ex-Köln Boss Wehrle mit deutlicher Warnung vor dem Bundesliga-Start

Alexander Wehrle spricht im Trainingslager mit Journalisten.

Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle (hier am 15. Juli 2022) macht sich Sorgen um die Attraktivität der Bundesliga.

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle vom VfB Stuttgart hofft auf ein Ende der Langeweile im Meisterschaftskampf der Fußball-Bundesliga.

Fast zehn Jahre bestimmte Alexander Wehrle (47) als Geschäftsführer die Geschicke beim 1. FC Köln. Inzwischen ist er beim Bundesliga-Rivalen VfB Stuttgart richtig angekommen. Und in dieser Rolle ist ihm gleich eine Botschaft wichtig.

Wehrle wünscht sich mehr Ausgeglichenheit und weniger Dominanz durch den Abonnementmeister FC Bayern München in der Bundesliga. „Für den deutschen Fußball ist es wichtig, dass wir eine möglichst ausgeglichene Liga haben, ohne den FC Bayern als Serienmeister“, betonte der Vorstandsvorsitzende des VfB in der Stuttgarter Zeitung vor dem Ligastart des VfB am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen RB Leipzig.

Alexander Wehrle in Sorge um Attraktivität der Bundesliga

Alexander Wehrle warnt vor möglichen Gefahren: „Wenn die Ergebnisse vorhersehbar werden, sehe ich die Gefahr, dass wir auf Dauer nicht mehr so viele Menschen für unseren Sport begeistern können.“

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der DFB GmbH & Co. KG macht sich für eine Umverteilung der TV-Gelder aus den internationalen Wettbewerben stark. „Alleine der Sieger der Champions League nimmt 130 Millionen Euro ein. Das ist unser kompletter Umsatz für ein Jahr, und somit bewegt sich ein Champions-League-Teilnehmer in einer völlig anderen Dimension“, sinnierte das Präsidiumsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL), „dem Wettbewerb in der Liga tut diese Entwicklung nicht gut. Irgendwas in dem System läuft falsch.“

Ihm liegt eine enge Kooperation der Profiklubs mit den Amateurvereinen am Herzen. „Wenn es uns in Zukunft nicht gelingen sollte, junge Menschen für den Fußball zu begeistern, dann werden wir irgendwann auch im professionellen Fußball ein Riesenproblem haben“, sagte Wehrle.

Es müsse „eine viel engere Verzahnung zwischen den Profiklubs und den Vereinen der jeweiligen Region geben“. Er sieht auch den VfB in der Pflicht: „Wir haben als VfB eine Verantwortung für die Amateurvereine. Für entsprechende Neuerungen werde ich mich als DFB-Aufsichtsratsvorsitzender einsetzen.“

Wehrle weiter: „Die Diskrepanz zwischen 200 Millionen Euro Ablöse für einzelne Topspieler einerseits und den Amateurvereinen andererseits, die aufgrund finanzieller Probleme infolge der Coronakrise keinen neuen Platz bauen können, wird uns ansonsten zerreißen.“ (msw/dpa)

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