Miroslav Klose gab einer Zeitung in seiner Rolle als Cheftrainer des SCR Altach ein Interview. Der gab das Gespräch jedoch anschließend nicht für den Druck frei. Das Blatt bezog nun deutlich Stellung zu dem Vorfall.
Fragen zu kritisch?Klub zieht Interview von Trainer Klose zurück – Zeitung reagiert drastisch

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Wirbel um ein Interview mit Miroslav Klose: hier ist der Trainer des SCR Altach am 7. August 2022 zu sehen.
Die „Neue Vorarlberger Zeitung“ führte mit Weltmeister Miroslav Klose (44), Trainer des österreichischen Klubs SCR Altach, ein Interview. Dieses hat nun für ordentlich Wirbel gesorgt – obwohl es niemals publiziert wurde. Und genau darin liegt das Problem.
Denn: Der Verein gab die Antworten des Ex-DFB-Stars nicht zur Veröffentlichung frei, die Fragen seien wohl zu kritisch gewesen. Stattdessen bot der Klub der Zeitung an, ein neues Interview mit positiveren Fragen durchzuführen.
Drama um Klose-Interview: Klub gibt Zeitung Interview nicht frei
Anstelle des Interviews erschien am Sonntag (27. November 2022) ein Artikel mit dem Titel: „Zum Zurückziehen des Klose-Interviews von Cashpoint SCR Altach.“
Daneben veröffentlichte die Zeitung alle Fragen, die sie dem Ex-Fußballer gestellt hatten – sodass sich jede Person selbst ein Bild machen könne, ob die Fragen zu pikant gewesen seien.
Die Autorin beschreibt in ihrem Kommentar den Fall: „Klose hat sich für dieses Interview mehr als eine halbe Stunde Zeit genommen. Es wurde ein Gespräch über den Saisonverlauf, die Winterpause, den Abstand zum Fußball und die WM. Eigentlich harmlos.“
Miroslav Klose ist seit Sommer 2022 Trainer des SCR Altach
Der 44 Jahre alte Rekordtorschütze habe die Fragen ohne zu zögern sehr ausführlich beantwortet, an der ein oder anderen Stelle dem Verein den Spiegel vorgehalten. „Aber ist es verwunderlich, dass sich ein Trainer mehr Mittel für die Kader-Zusammensetzung wünscht?“, so die Journalistin.
Klose ist seit Sommer 2022 Trainer beim österreichischen Klub. Der Verein rangiert in der unteren Tabellenhälfte der österreichischen Fußball-Bundesliga – und damit wohl hinter den Ansprüchen der Verantwortlichen.
„Von sachlich-distanzierter Berichterstattung hält man in Altach wohl wenig. Der Unterschied zwischen Journalismus und Marketing bzw. Öffentlichkeitsarbeit ist dem SCRA offenbar nicht bewusst“, heißt es im Kommentar.
Zeitung lehnt neuen Interview-Termin ab und reagiert deutlich
Eine Autorisierung sei ein wohlwollendes Entgegenkommen, um Kooperationswilligkeit zu zeigen. Im Nachhinein ein Interview zurückzuziehen, schränke die journalistische Freiheit ein.
Das Urteil über den Vorfall ist klar: „Was gesagt ist, ist gesagt. [...] Und Klose ist Medienprofi genug, um im Zweifelsfall das Gespräch abzubrechen oder auf seine Bedenken hinzuweisen“, so die Autorin.
Den neuen, vom Verein vorgeschlagenen Interviewtermin mit Klose lehnte die Zeitung ab. Der Grund: Sie lasse sich nicht vorschreiben, welche Fragen sie stellen dürfen. (ach/ra)
