Der geplante Investoren-Deal der Fifa stößt bei der Uefa auf gewaltigen Widerstand. Nun haben sich die Mitglieder auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.
Maximale EskalationOffiziell: Uefa droht der Fifa mit Turnier-Boykott
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Die Mitglieder der Europäischen Fußball-Union Uefa drohen dem Weltverband Fifa geschlossen mit einem WM-Boykott, falls dieser den angekündigten Investoren-Deal durchzieht.
„Keine Nationalmannschaften aus der Uefa werden an irgendeinem FIFA-Wettbewerb teilnehmen, solange diese Vorschläge weiterbestehen“, teilte die Uefa nach einem Dringlichkeitstreffen in einem offiziellen Statement mit.
Infantino soll Mitgliedsveränden eine Frist gesetzt haben
Die europäischen Fußball-Nationen demonstrieren in dem Schreiben ihre Einigkeit. „Die Uefa und ihre 55 Mitgliedsverbände stehen geschlossen zusammen“, hieß es: „Wir lehnen den Vorschlag der Fifa, Beteiligungsrechte an der Weltmeisterschaft und anderen Fifa-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab.“ Zuvor hatten unter anderem Sky News und die „Times“ berichtet.
Die Ankündigung der Uefa bezieht sich neben der Männer-WM 2030 damit auch auf die Frauen-WM im kommenden Sommer in Brasilien. FIFA-Präsident Gianni Infantino, dessen Verband die überraschenden Pläne am Dienstag enthüllt hatte, gerät damit ordentlich unter Druck. Ohne die Europäer um Weltmeister Spanien, England, Frankreich und Deutschland würde die WM ihren sportlichen Wert komplett einbüßen.
„Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs“, hieß es in der Uefa-Mitteilung.
Die Fifa hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen.
Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investoren-Deal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung der 211 Verbände soll demnach der 19. September sein.
Infantino verteidigte den geplanten Einstieg externer Geldgeber als „einmalige Chance, die weltweite Entwicklung des Fußballs deutlich zu beschleunigen“. Die Uefa sieht das komplett anders und hat deshalb massiven Widerstand angekündigt. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hatten am Mittwoch erklärt, dass sie klar gegen den Investorenplan sind. (dpa)

