Conference League Eklat bei möglichem FC-Gegner: Torwart manipulierte Pfosten bei Heimspielen

Torwart Patrik Gunnarsson verschiebt vor einem Heimpiel von Viking Stavanger in Norwegen seine beiden Torpfosten nach innen, um das Tor zu verkleinern.

Torwart Patrik Gunnarsson verschiebt vor einem Heimpiel von Viking Stavanger gegen FK Jerv am 16. Mai 2022 die Pfosten seines Tores nach innen.

Erst machte er seine Tore bei Heimspielen um mehrere Zentimeter kleiner, dann leugnete er das Offensichtliche: Torwart Patrik Gunnarsson von Viking Stavanger zeigte sich nicht gerade als fairer Sportsmann.

Harmloses Ritual oder mutwilliger Betrug? Der norwegische Fußball diskutiert nach entlarvenden Aufnahmen über Torhüter Patrik Gunnarsson (21) vom Erstligisten Viking Stavanger, der in der neuen Saison als möglicher Gegner des 1. FC Köln in der Conference League antritt.

Der Nationalkeeper aus Island, der im September 2021 unter anderem im WM-Quali-Spiel gegen Deutschland auf der Ersatzbank saß, soll die Pfosten seiner Tore bei den Heimspielen jedes Mal um 15 bis 20 Zentimeter zusammengeschoben haben. Der Kasten würde die vorgesehene Breite von 7,32 Metern damit unterschreiten.

Conference League: Viking Stavanger bei Heimspielen mit zu kleinen Toren

Die norwegische Tageszeitung „Aftenposten“ machte die Anschuldigungen am Dienstag (31. Mai 2022) mit eindeutigen Foto- und Video-Aufnahmen öffentlich, Gunnarsson verteidigte sich: „Es ist nur ein Ritual, das ich vor den Spielen habe. Womit ich mich wohlfühle. Mehr ist es nicht. Ich trete nur ein wenig gegen die Pfosten.“

Auf Video-Aufnahmen, die anschließend auch bei Social Media kursierten, ist zu erkennen, wie Gunnarsson vor Beginn der Halbzeit zu seinen beiden Torpfosten geht und diese jeweils von außen leicht nach innen schiebt. Das von ihm angesprochene rituelle Treten ist dabei allerdings nicht erkennbar.

Hier sehen Sie die Szene im Video:

„Das Tor ist, wo es sein soll“, ist sich Gunnarsson keiner Schuld bewusst. Ein Foto-Vergleich der Zeitung lässt aber deutlich erkennen, dass das „Ritual“ die Breite des Kastens zweifellos verkleinert. Außerdem auffällig: Zum Ende der Halbzeit schiebt er die Pfosten wieder weiter nach außen, damit den eigenen Angreifern im zweiten Durchgang nicht derselbe Nachteil blüht wie dem Gegner.

Im Interview redete sich der Isländer anschließend um Kopf und Kragen. Er sei davon ausgegangen, dass der Linienrichter das Tor vor dem Spiel prüfen würde, betonte Gunnarsson. Auf Videos ist aber gut zu sehen, wie er extra wartet, bis der Assistent die Tore geprüft hat und zur Seitenlinie rennt. Erst dann legt er an den beiden Torpfosten Hand an.

Conference League zwingt Viking Stavanger zu neuen Toren

In der norwegischen Eliteserien sind die Torpfosten in einigen Stadien fest im Boden verankert und lassen sich nicht verschieben, in anderen dagegen nicht. Die heimische SR-Bank Arena gehört zu den Spielorten, an denen das Verschieben der Tore noch möglich ist.

Viking-Sportdirektor Erik Nevland (44) zeigte sich wenig begeistert, als er mit den Aufnahmen konfrontiert wurde. „Es fällt mir schwer, allzu viel dazu sagen. Das ist nicht gut“, sagte der frühere Fußball-Profi verstimmt. Er beteuerte, bislang nichts vom Vorgehen seines Keepers mitbekommen zu haben.

Weil die Mannschaft in der kommenden Saison in der Conference League international spielt, müssen nach UEFA-Regularien im Boden befestigte Tore zum Einsatz kommen. Die seien schon bestellt, versicherte Nevland. Mit dem „Ritual“ von Keeper Patrik Gunnarsson dürfte es nach den Enthüllungen jetzt aber ohnehin vorbei sein.

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