Wieder liegt Argentinien zurück, wieder siegt der Titelverteidiger in der Nachspielzeit. Zum Ende eines hitzigen Spiels liegen bei England anschließend die Nerven blank.
Tätlichkeit nach HalbfinaleHat diese WM-Szene jetzt noch ein Nachspiel?

Erst verlor England beim 1:2 im WM-Halbfinale gegen Argentinien am Mittwoch (15. Juli 2026) die knappe Führung, dann auch die Nerven: Direkt nach Abpfiff des Duells um den Platz im Endspiel gegen Spanien kam es auf dem Rasen in Atlanta zu mehreren Rudelbildungen.
Vor 68.239 Fans ging England durch Anthony Gordon (55. Minute) in Führung, Enzo Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90+2.) drehten das Spiel und sorgten für argentinische Ekstase. Bei einigen englischen Spielern war die Wut nach dem Spiel aber gewaltig.
Nach WM-Halbfinale kochen die Emotionen hoch
Was die TV-Bilder in einem Kamera-Schwenk kurz zeigten, vom zeitweise überforderten Schiedsrichter Ismail Elfath (44) aber nicht geahndet wurde: England-Star Jude Bellingham (23) attackierte den argentinischen Ersatzspieler Valentín Barco (21) der ihn offenbar zuvor provoziert hatte.
Als Barco in einem Jubel-Pulk mit mehreren Kollegen stand, näherte sich Bellingham von hinten und verpasste ihm einen Schlag mit der flachen Hand an den Hinterkopf. Eine klare Tätlichkeit, bei der sich eigentlich auch der VAR hätte einschalten müssen.
Weil die Szene dem Referee verborgen blieb, könnten die Kontrollorgane der Fifa jetzt womöglich nachträglich noch einschreiten und Bellingham mit einer Sperre belegen. Er würde dann das – nach der ernüchternden Halbfinal-Niederlage allerdings bedeutungsarme – Spiel um Platz drei gegen Frankreich verpassen.
Zuvor hatten die Engländer sich an die harte Gangart ihrer südamerikanischen Gegenspieler angepasst und keine Zweikämpfe und Diskussionen gescheut. Weil der Schiedsrichter lange Zeit eine lockere Linie pflegte, nahmen die Nickligkeiten lange Zeit nicht ab.

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Jude Bellingham verpasste Valentín Barco nach dem Spiel einen Schlag auf den Hinterkopf.
Dass dieses sechste WM-Duell der beiden Nationen mehr als nur ein Fußballspiel war, war sogar schon weit vor dem Anpfiff zu spüren. Ob der auf der Anzeigetafel eingeblendete David Beckham oder der abgespielte Britpop – alles Englische wurde von den sich deutlich in der Überzahl befindenden argentinischen Fans gnadenlos ausgepfiffen.
Nach dem Spiel herrschte auf den Tribünen bei zehntausenden Argentinien-Fans dann purer Freudentaumel. England und Trainer Thomas Tuchel (52) dagegen müssen vier weitere Jahre vom zweiten Titel nach 1966 träumen.
