Ein Milliarden-Projekt für 71.500 Fans erntet heftigen Gegenwind: Mailands Stadion-Pläne sorgen für blanke Wut!
Spott-Welle für Mailand„Heißluftfritteuse“: San-Siro-Nachfolger im Netz zerrissen

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Das San Siro wird bald vom Generali Stadium abgelöst.
Statt Glanz und Gloria hagelt es jetzt ordentlich Frust sowie Gelächter. Wie ihre künftige Fußball-Heimat gestaltet wird, zeigten der AC Mailand und Stadtrivale Inter am Donnerstagabend im Castello Sforzesco. Stolze 1,2 Milliarden Euro soll das neue Generali Stadium verschlingen. Wenn die Spielzeit 2031/32 startet, löst dieser Prachtbau das traditionsreiche San Siro endgültig ab. Damit ist besiegelt: Die berühmte Fußball-Ikone wird bald Geschichte sein.
Freudensprünge löst das wahrlich nicht überall aus. Direkt vor dem Gebäude verschafften wütende Anhänger ihrem Unmut lautstark Gehör. Gleichzeitig ergießt sich online ein gewaltiger Shitstorm über das präsentierte Modell. Das berichtet „sportbild.bild.de“.
Proteststurm vor Ort: „Hände weg vom San Siro“
Prominente Köpfe verantworten dieses gigantische Bauvorhaben. Zusammen mit den US-Planern von Manica sowie seinem Londoner Architekturbüro Foster + Partners lieferte Star-Designer Norman Foster die Skizzen für das Bauwerk. Exakt 71.500 Fans wird der künftige Fußballtempel Sitzplätze bieten. Bezahlt wird die gewaltige Summe von 1,2 Milliarden Euro durch die Klub-Besitzer: Hinter Inter steckt Oaktree, während RedBird beim AC das Sagen hat. Als Namenssponsor fungiert künftig Generali, der führende Versicherungskonzern des Landes.
In einem schicken Gala-Rahmen ging die Enthüllung über die Bühne. Im Saal erläuterten Foster selbst und Partner David Manica ihre architektonischen Visionen. Parallel dazu marschierten aufgebrachte Inter-Unterstützer mit einem Spruchband vor dem Gebäude auf. Darauf stand geschrieben: „Ihr werdet die Lichter des San Siro niemals löschen.“ Zudem skandierten die Demonstranten lautstark: „Hände weg vom San Siro.“
Auch in den sozialen Medien kennen die Kritiker keinerlei Gnade. Dort liefern sich User einen regelrechten Wettstreit der fiesesten Sprüche. „Eine 70.000-Platz-Waschmaschine“, lästert jemand. Trocken bemerkt ein nächster Kommentar: „Nettes Einkaufszentrum“. Wieder jemand anderes zieht dieses Fazit: „Das sieht aus wie eine Heißluftfritteuse.“
Doch neben dem Gelächter herrscht bei etlichen Fans blankes Entsetzen. Wutentbrannt poltert ein Kommentator: „Es ist schlichtweg ein Skandal, ein legendäres Stadion wie das San Siro zu zerstören. Es ist Teil der Weltfußballgeschichte und muss erhalten bleiben!“ Ein anderer Fußball-Romantiker fasst seinen Kummer folgendermaßen zusammen: „Was ein absolut trauriger Tag für den Fußball.“

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So soll das Generali Stadium in Mailand aussehen.
Vom markanten, eckigen Design des alten Stadions bleibt beim neuen Konzept nichts übrig. Stattdessen setzen die Macher auf einen ovalen Grundriss samt doppelt gewölbter Dachkonstruktion und markanten Stahlträgern in X-Optik. Extrem steil ragen die Ränge hinter beiden Toren empor – satte 37 Grad beträgt dort der Winkel. Laut den Planern von Manica rückt das Publikum damit so dicht ans Grün heran, wie es baulich überhaupt machbar ist. Als weiteres Highlight wartet ein durchsichtiger Gang für die Profis: Kurz vor Spielbeginn kommen Zuschauer den Kickern dort fast auf Tuchfühlung nahe.
Was spektakuläre Großprojekte angeht, bringt Foster definitiv jede Menge Expertise mit. Auf seiner Referenzliste stehen immerhin das Londoner Wembley-Stadion, die Zentrale des Apple Park sowie der Reichstag in Berlin. Im Jahr 2028 sollen die Bagger für das Projekt anrollen. Damit ist das Schicksal des San Siro besiegelt: Die Abrissbirne wartet.
Schon bald ziehen beide Mailänder Traditionsvereine also gemeinsam ins moderne Generali-Stadion um. Allerdings rollt dort künftig längst nicht bloß der Fußball. Geplant sind ebenso große Musik-Shows, packende Rugby-Duelle sowie Partien der NFL Europe. Wenn Italien gemeinsam mit der Türkei die Europameisterschaft 2032 ausrichtet, fällt dem Bauwerk ebenfalls eine Schlüsselrolle zu. Selbst das große Finale könnte in diesem Kessel über die Bühne gehen.
Fast ein ganzes Jahrhundert stolzer Fußball-Tradition findet durch dieses Projekt seinen Abschluss. Nach der Einweihung im Jahr 1926 erlebte der Bau im Laufe der Jahrzehnte diverse Umbauten. Aktuell bietet Italiens größte Sportstätte exakt 75.817 Menschen Platz. Speziell deutschen Anhängern weckt dieser Ort magische Erinnerungen: Hier begann für das DFB-Team beim Turnier 1990 der unvergessene Triumphzug zum Weltmeistertitel. Darüber hinaus fanden dort 1980 Begegnungen der Europameisterschaft sowie zweimal das Finale der Champions League statt. Wie heilig dieser Boden den Italienern ist, beweist allein schon der klangvolle Kosename der Kultstätte: „La Scala del Calcio“ – auf Deutsch das Fußball-Opernhaus. (red)

