Am 11. Juni 2026 findet im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt das Eröffnungsspiel der WM 2026 statt. Doch bis zum Beginn der Weltmeisterschaft läuft den Bauarbeitern dort die Zeit davon.
Spott über Dauer-BaustelleWird WM-Stadion zum Eröffnungsspiel überhaupt fertig?
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Jetzt beginnt die ganz heiße Phase in den Vorbereitungen auf die WM 2026! Am Dienstag (3. März 2026) haben die Ausrichter USA, Mexiko und Kanada die Marke von nur noch 100 Tagen bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft gefeiert.
Während gerade in den Hochglanz-Arenen der Vereinigten Staaten kaum Baumaßnahmen vor der WM nötig waren, rollen in Mexiko-Stadt noch immer die Bagger rund um das historische Aztekenstadion. Im und um das Stadion sieht es noch längst nicht so aus, wie es den peniblen Fifa-Verantwortlichen lieb wäre.
Fußball-Fans in Mexiko spotten nur noch über das Aztekenstadion
Im Schatten der Sicherheits-Debatte rund um den zuletzt eskalierten Drogenkrieg im Land beschäftigt die Einheimischen vor allem der Zustand des Fußball-Tempels, der zeitweise fast schon zum nationalen Heiligtum gehörte.
Im vergangenen Jahrzehnt war das Aztekenstadion durch zahlreiche kleinere Umbauarbeiten allerdings immer weiter verschandelt worden. Fans machten sich über absurd in die Tribünen gebaute VIP-Bereiche mit Blumenkübeln lustig und sprachen der einstmals über 100.000 Menschen fassenden Arena fast schon kollektiv ihren Ruf als Hexenkessel ab.
Schleppend liefen auch die Renovierungsarbeiten der vergangenen beiden Jahre, die weniger als einen Monat vor der geplanten Wiedereröffnung mit dem Testspiel zwischen Mexiko und Portugal (28. März) längst nicht abgeschlossen sind.
In den Außenbereichen gibt es weiterhin mehrere Baustellen. An verschiedenen Stellen türmen sich Erdhügel auf und Gerüste stehen bereit, einzelne Wege müssen noch asphaltiert werden. In den Sozialen Netzwerken ist der Spott groß, auch die Sport-Tageszeitung „Esto“ machte sich auf ihrem Instagram-Account über die Differenz zwischen den Erwartungen und der Realität lustig.
Der Radiosender „W Deportes“ berichtete am Montag von „sichtbaren Verzögerungen“ bei verschiedenen Bauprojekten im Stadionumfeld. Einige Bereiche würden eher nach „illegalen Arbeiten“ aussehen und machten längst nicht den Eindruck, fertiggestellt zu sein.
Einblicke in den Innenraum sind deutlich seltener zu finden, seit ein bei TikTok äußerst aktiver Bauarbeiter unter Verweis auf Verstöße gegen die Verschwiegenheitsrichtlinien gefeuert wurde. Zuletzt häuften sich immerhin die Aufnahmen von Drohnen-Überflügen über das Stadion, die bei Social Media zu finden waren.
Dabei war zu sehen, dass speziell auf einer Tribünenseite noch längst nicht alle Bereiche mit Sitzschalen versehen sind, sich teils sogar erst in (fortgeschrittenen) Bauphasen befinden. Laut „W Deportes“ müssen nach der Generalprobe beim Länderspiel Ende März noch weitere Arbeiten stattfinden, um das Stadion komplett WM-tauglich zu machen.
Dass viele Bauvorhaben im Stadion und drumherum 100 Tage vor dem im Aztekenstadion angesetzten Eröffnungsspiel einen Wettlauf mit der Zeit bedeuten, gilt in Mexiko-Stadt als sicher. Die ganz große Angst vor einer Verlegung der Spiele an andere Spielorte ist inzwischen zwar gebannt, doch in welchem Zustand sich die Hauptstadt letztlich auf der WM-Bühne präsentieren kann, steht weiter in den Sternen.



