„Muss was passieren“ Manager-Legenden um Calmund fordern Maßnahmen gegen Fußball-„Trend“

Reiner Calmund sitzt in der Sky-Talkrunde.

Reiner Calmund war am Sonntag (15. Mai 2022) zu Gast bei der Talkrunde „Sky90“.

Nach vielen Spielen kam es zuletzt zum Platzsturm zahlreicher Fans. Fußball-Experten wie Heribert Bruchhagen oder Reiner Calmund fordern nun, dass etwas gegen diesen Trend unternommen wird.

Ekstase in Stuttgart, Aufstiegs-Jubel in Essen und auf Schalke, Europa-Euphorie in Köln und Frankfurt. Bei vielen Spielen gehörte es in den vergangenen Tagen dazu, dass die Fans nach Schlusspfiff auf den Platz rannten. In Braunschweig musste die Partie gegen Viktoria Köln sogar vorzeitig abgebrochen werden.

Auch wenn die Freude in Stuttgart allen anzusehen war, kritisieren viele den „Trend“, dass am Ende immer ein Platzsturm stehen muss. Manager-Legende Heribert Bruchhagen (73) forderte beim Talk „Sky90“ ein Einschreiten: „Die Gefahr ist zu groß. Es muss eine konzertierte Aktion der Vereine nach den Maßgaben der Vernunft im Zusammenspiel mit den Stehplatz-Fans erfolgen, damit wir eine Katastrophe verhindern können. Das ist einfach zu gefährlich.“

„DFL und DFB müssen sehr gut darüber nachdenken, bevor es zu einer Katastrophe kommt, wie man damit umgehen will. Wir dürfen keine Gräben mehr machen, vielleicht auch die Zäune abschaffen. Dann ist die Gefahr, dass eine Katastrophe passiert, geringer. Oder man schließt sich zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Spieler nicht mehr auf dem Rasen bleiben dürfen.“

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Auch wenn in Stuttgart beispielsweise am Ende hauptsächlich Sachschaden festgestellt wurde, ist das für den ehemaligen Frankfurt-Boss kein Argument, wie er am Sonntag (15. Mai 2022) verdeutlichte: „Dass nichts passiert ist, kann kein Indiz dafür sein, dass man das einfach so hinnehmen darf. Es muss eine andere Lösung her.“

Mehrere medizinische Notfälle beim Platzsturm von Stuttgart

Und: Ganz so unproblematisch liefen die Szenen doch nicht ab. Die Stuttgarter Polizei teilte am Sonntag (15. Mai) mit, dass es beim Platzsturm nach dem Abpfiff zu mehreren medizinischen Notfällen gekommen sei. In einem Fall soll ein 48-Jähriger einen bislang unbekannten Mann zu Boden geschlagen haben, der bewusstlos liegen blieb. Nach den Schalke-Feierlichkeiten war von 18 Verletzten die Rede. In Essen war es am Sonntag nicht mehr möglich, das Frauen-Bundesliga-Spiel der SGS Essen durchzuführen.

Ordner und Polizisten sichern den Spielertunnel während Stuttgart-Fans den Klassenerhalt feiern.

Nach dem Klassenerhalt des VfB Stuttgart stürmten die Fans am 14. Mai 2022 den Platz.

Zustimmung gab’s auch von Fußball-Schwergewicht Reiner Calmund (73): „Das, was andere Fans jetzt im Fernsehen gesehen haben, das sind jetzt Leitbilder. Da denken sich andere, dass sie natürlich auch auf den Platz rennen müssen. Das ist emotional, aber nicht ungefährlich.“ Calli blickte bereits auf die nun anstehende Relegation. „Da geht die Post ab. Da spielen voraussichtlich zwei große Vereine gegeneinander und es geht ums Überleben.“

Und was dann passieren kann, deutete auch Sky-Experte Dietmar Hamann (48) an. „Jetzt war es bei den Fans noch Freude, es kam zum positiven Platzsturm. Aber jetzt lass demnächst mal eine Mannschaft absteigen. Es kann ja auch zum Platzsturm kommen, weil Unmut in der Kurve herrscht. Wir erinnern uns noch daran, wie die Hertha-Spieler vor den Fans ihre Trikots ausziehen mussten. Dass es so nicht weitergehen darf und soll, ist klar.“

Die Talkrunde erinnerte an die Ereignisse bei der Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC 2012. Damals musste die Partie wegen eines Platzsturms von Fortuna-Anhängern und wegen Übergriffen von Hertha-Spielern gegen den Unparteiischen mehrfach unterbrochen werden.

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