Sandro Wagner gewinnt sein erstes Spiel als Coach von Hannover 96 mit 2:1 gegen Dynamo Dresden und gibt danach eine aufgeheizte PK ab.
Hitzige PressekonferenzWagner: „Ich sage so viele Sätze, wie ich möchte“
Trotz des ersten Sieges im fünften Spiel bleibt Sandro Wagner der Niedersachsen gelassen. Hannover 96 gewann mit 2:1 gegen Dynamo Dresden. Die Mannschaft belegt mit elf Punkten Platz zwölf, doch der 38-Jährige betont: „Es hat mit mir vorher nichts gemacht und macht mit mir jetzt auch nichts. Ich versuche, im Inhalt zu bleiben und die Mannschaft zu entwickeln.“
Zuvor hatte sein Team drei Spiele verloren und war aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Ausreden sucht er wegen der vielen Verletzten dennoch nicht. Er sieht sich in unruhigen Zeiten als Vorbild: „Das ist für Führungspersonen einfach wichtig. Was die Jungs von Tag eins an merken, ist, dass ich keine Ängste habe vor gar nichts.“
„Ich musste auf die Toilette“
Wagner saß mit verschränkten Armen auf dem Podium. Auf die Frage, warum er direkt nach dem Schlusspfiff des 2:1-Sieges in die Kabine gegangen war, entgegnete er: „Ich musste auf die Toilette. Das ist das Eine. Und: Wäre wichtig, wenn Sie den Fokus auf die Spieler legen nach dem Spiel und nicht auf mich.“
Als ein Journalist die erste Halbzeit gegen das Schlusslicht aus Dresden als die schlechteste der gesamten Saison bezeichnete, hielt Wagner direkt dagegen: „Ich möchte Ihre Brille nicht diskreditieren, aber das sehe ich nicht so. Sie können das ja aber sehen, wie Sie wollen - das habe ich ja letztens schon einmal mitbekommen. Die ersten zehn Minuten der ersten Halbzeit waren in vielen Themen ordentlich.“
Als ein Reporter Wagner aufforderte, „zwei, drei Sätze“ zum Weg des Teams zu sagen, konterte dieser: „Ich sage so viele Sätze, wie ich möchte. Ich muss dazu sagen: Als Trainer sollte man das Spiel nicht immer nur am Ergebnis messen.“
Schon bei Sky betonte er, dass die sieglosen Spiele gegen St. Pauli und Kaiserslautern inhaltlich besser waren: „Ich war inhaltlich heute nicht so zufrieden in vielen Punkten. Ich versuche, wirklich nur inhaltlich zu arbeiten, und dann bewerte ich halt das Inhaltliche.“ Weil Fußball ein Ergebnissport sei, sage nun zwar jeder „Cool! Aber es war halt nicht cool“.
Dennoch lobte er den torlosen Stürmer Benjamin Källman für seine Torvorlage und pfiff auf öffentliche Kritik: „Dieser ganze Instagram-Quatsch und wer alles mitredet, ist ja völlig egal. Ich bewerte ihn. Und ich sage ihm: Tore sind mir scheißegal. Das kommt on top, das ist dann das Produkt. Aber lauf gut an, halt die Bälle gut, bereite Tore vor, das ist viel entscheidender.“

