Robert Enke Er starb nur 200 Meter von Lara entfernt

Robert Enke und seine geliebte Lara: Hier trägt er sie in Hannover über den Platz.

Robert Enke und seine geliebte Lara: Hier trägt er sie in Hannover über den Platz.

Hannover – Seinen größten Schmerz hatte Robert Enke täglich vor Augen. An seinem rechten Handgelenk trug der Torwart ein Tattoo: Lara stand dort.

„In Gedanken habe ich sie sowieso immer bei mir, jetzt ist sie auch auf meinem Körper immer da“, sagte er. Enkes Tochter war am 17. September 2006 im Alter von zwei Jahren an Herzversagen gestorben.

Sie wurde auf einem Friedhof nahe Neustadt (bei Hannover) beigesetzt. Bei der Trauer-Feier trugen die meisten Gäste auf Enkes Wunsch helle Kleidung.

Enke war am Dienstagabend mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen, bevor er von dem aus Bremen kommenden Regionalzug erfasst wurde - gerade mal 200 Meter von Laras Grab entfernt.

Am 31. August 2004 kam Lara mit einem schweren Herzfehler (Hypoplastisches Linksherz-Syndrom) zur Welt. Gleich nach der Geburt wurde die 45 Zentimeter kleine Lara, die gerade mal 2.750 Gramm wog, operiert. Es folgten zwei weitere Operationen am offenen Herzen. Am 19. März 2006 feierte der Torhüter mit Lara auf dem Arm den 1:0-Sieg gegen Köln. Danach sagte er: „Die lebensgefährliche Phase ist vorbei. Aber richtig gesund wird Lara nie werden.“

Sie wurde über einen Schlauch in der Nase künstlich ernährt, musste starke Medikamente schlucken. Die schädigten ihr Gehör. Deshalb wurde sie erneut operiert. Nach dem Eingriff gab es plötzlich Komplikationen. Enke saß am Krankenbett, als seine Tochter starb.

Einen Tag vor der Beisetzung stand Enke im Tor von Hannover. War beim 1:1 gegen Leverkusen bester Mann. Trainer Hecking: „Robert hat alles für kurze Zeit verdrängen können.“
Aber zu Hause war die Trauer immer präsent. Auch Monate nach dem Tod stand Laras Kinderstühlchen noch in der Küche, das Bettchen im Elternschlafzimmer. Heiligabend verbrachte der Keeper mit seiner Frau Teresa eine Stunde auf dem Friedhof. Vor dem Grab stand eine Bank, auf der der Keeper fast täglich saß. „Wenn ich dort sitze, komme ich zur Ruhe“, sagte er. „Aber manchmal tut es auch sehr weh.“

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