Abrechnung mit Ex-TrainerProfi schießt gegen Wagner: „Für ihn war ich eine Ratte“

Schwere Anschuldigungen gegen Sandro Wagner! Ein ehemaliger Schützling packt nun aus und erhebt heftige Vorwürfe gegen den Trainer. Es geht um krasse Vorkommnisse in der Kabine.

Das sind scharfe Worte. Mads Pedersen, der einst für den FC Augsburg spielte und jetzt bei Hertha BSC ist, teilt verbal kräftig gegen seinen früheren Trainer Sandro Wagner aus.

Der 30 Jahre alte Däne offenbarte in einem Gespräch mit der dänischen Webseite „Bold“ am Samstag Details über eine zutiefst gestörte Beziehung zu seinem damaligen Vorgesetzten.

Mads Pedersen über Sandro Wagner: „Es eskalierte richtig“

Der Gipfel des Streits: Wagner beschuldigte Pedersen angeblich, vertrauliche Informationen an die Presse durchgesteckt zu haben. „Es eskalierte richtig, und plötzlich hielt er mich für eine Ratte, wie er es so nett formulierte“, verrät Pedersen. Bei Teambesprechungen soll der Coach von „Ratten in der Umkleidekabine“ geredet und damit klar auf ihn und einen anderen Profi gezielt haben, die beide nicht mehr berücksichtigt wurden. Das berichtet „Sport1“.

Pedersens Angaben zufolge wurde das Verhältnis zu Wagner immer schlechter. Als der Trainer in einer Partie den Linksverteidiger vom Feld nahm, Pedersen (ebenfalls Linksverteidiger) aber ignorierte, soll es zu Spannungen in der Mannschaft gekommen sein. „Mehrere Spieler gingen zu Sandro, um ihn zu fragen, warum er mich nicht einsetzte“, erläuterte der Abwehrmann. Wagner sei dafür aber nicht empfänglich gewesen und habe ihn stattdessen vollständig aus dem Aufgebot verbannt, trotz guter Trainingsleistungen und Torvorlagen in Vorbereitungsspielen.

Der Ursprung des Konflikts liegt anscheinend in einem Ereignis während der Saisonvorbereitung. Innerhalb von nur 24 Stunden absolvierte Augsburg zwei Freundschaftsspiele. Pedersen, der sich von einer langen Verletzung erholt hatte, war für 90 Minuten am Freitag gegen Pisa eingeplant. Am darauffolgenden Samstag bekam der andere Linksverteidiger Probleme.

Wagner beabsichtigte, Pedersen ins Spiel zu bringen, doch der Spieler verweigerte dies aus Sorge vor einem erneuten gesundheitlichen Rückschlag. „Ich sagte freundlich zu Sandro Wagner, dass er das hoffentlich nur als Scherz gemeint habe“, berichtet Pedersen, der erst am Vortag die vollen 90 Minuten nach einem Jahr Pause gespielt hatte. Ein Krampf beim Warmmachen veranlasste ihn, Wagner um seine Nicht-Einwechslung zu bitten. Die Reaktion des Trainers sei daraufhin Wut gewesen.

Die Veröffentlichung dieser Anschuldigungen kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Genau am gleichen Samstag verkündete der Ligakonkurrent Hannover 96, dass Wagner der neue Coach wird. Seit seinem Abschied aus Augsburg Ende November war der ehemalige Co-Trainer von Julian Nagelsmann ohne Verein.

In Augsburg eskalierte die Lage derart, dass sogar Juristen hinzugezogen wurden. Nach ungefähr vier Wochen kam es zu einer Übereinkunft, die Pedersen die Rückkehr ins Mannschaftstraining ermöglichte. „Der Verein brachte Sandro Wagner dazu, sich für das Geschehene zu entschuldigen“, so Pedersen. Lediglich eine Woche danach wurde Wagner gefeuert, da er den Halt in der Kabine eingebüßt hatte.

Für Pedersen stellt dies ein unschönes Ende seiner Augsburger Zeit dar, die 2019 ihren Anfang nahm. Ein anderer Abgang wäre ihm lieber gewesen, aber „einige Brücken waren einfach abgerissen“. Mittlerweile hat der dänische Spieler bei Hertha BSC neu angefangen, stand für den Berliner Verein schon viermal von Beginn an auf dem Platz und legte dabei zwei Treffer auf. (red)

Sandro Wagner sitzt als Ersatzspieler der Bayern auf der Bank von Hannover 96.
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