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Bayern-Star mit Tränen in Augen Kimmich nach WM-Aus völlig fertig: „Habe Angst, in ein Loch zu fallen“

Nach dem erneuten frühen Turnier-Aus der Nationalmannschaft litt besonders Joshua Kimmich unter der Situation. Der Bayern-Star machte sich selbst große Vorwürfe für das wiederholte Debakel.

Kaum ein deutscher Spieler trägt so viel Ehrgeiz in sich wie Joshua Kimmich (27). Der Bayern-Profi hasst nichts so sehr wie Niederlagen. Mit dem Verein hat er schon sieben Meistertitel, dreimal den DFB-Pokal und die Champions League geholt. Doch im DFB-Trikot will ihm mit Ausnahme des Confed-Cups 2017 nichts gelingen.

Kimmich gilt als Anführer der Generation 1995/96, die vor gut fünf Jahren für den letzten Turnier-Glücksmoment der Nationalmannschaft gesorgt hatte. Nun musste er das dritte Turnier-Versagen in Folge verdauen. Und das machte ihm zu schaffen.

Joshua Kimmich: „Schwerste Tag meiner Karriere“

Er kämpfte mit den Tränen. Eine schwarze Plastiktüte mit seinen Schuhen darin baumelte in seiner Hand hin und her. Keinem anderen Spieler waren Schmerz und Betroffenheit über den WM-K.o. am Donnerstagabend (1. Dezember 2022) so sehr anzumerken wie dem Münchner.

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„Wir fahren wieder nach Hause. Dementsprechend habe ich ein bisschen Angst davor, echt in ein Loch zu fallen“, sagte er im Al-Bayt Stadion. „Für mich ist es echt, würde ich sagen, der schwierigste Tag meiner Karriere“, fügte Kimmich an. Trotz des Sieges gegen Costa Rica schied die Nationalmannschaft als Dritter der Gruppe hinter Japan und Spanien aus.

Ein Ende seiner DFB-Karriere schloss Kimmich im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Thomas Müller (33) aber aus. „Nein“, lautete die kurze Antwort auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt. Ein Makel bleibt nun aber an seiner Laufbahn haften, befürchtet Kimmich. „Das ist schon für mich persönlich nicht so einfach zu verkraften. Weil ich persönlich mit dem Misserfolg in Verbindung gebracht werde“, sagte er.

„Wir haben 2018 vergeigt. Letztes Jahr die Euro in den Sand gesetzt. Ich bin 2016 dazugekommen, davor war Deutschland immer im Halbfinale. Dann kommt man dazu und scheidet zweimal in der Vorrunde aus, im letzten Jahr im Achtelfinale. Das ist nichts, wofür man stehen möchte“, sagte Kimmich.

Dass im deutschen Fußball zuletzt verdammt viel schiefläuft, merkte er auch kritisch an. „Wenn ich sehe, was wir heute an Torchancen liegen lassen, dann ist das nicht nur Pech, sondern auch sehr viel Unvermögen. Dazu bekommen wir sehr einfache Gegentore, ein Gegner muss nicht sehr viel investieren“, sagte der zentrale Mittelfeldspieler.

Joshua Kimmich denkt trotz WM-Versagens nicht an Rücktritt

Gegen Costa Rica hatte ihn Hansi Flick (57) für eine Halbzeit auf der rechten Außenbahn eingesetzt. Zur Pause korrigierte er das bereits wieder und gestand damit das Scheitern seiner Taktik ein. Auch Kimmich konnte nicht die erhofften Akzente setzen. „Klar habe ich den Ehrgeiz und den Anspruch, gerade auch in der Rolle, die ich dieses Jahr hatte, wenn man noch mehr Verantwortung übernimmt, dass das Team dann auch weiterkommt und dem Team dazu verhelfen kann. Das ist mir nicht gelungen.“

Durch das erneute Turnier-Debakel sei bei ihm „die Wunde wieder aufgekratzt“ worden. Die WM werde er nun nicht weiterverfolgen. „Man denkt, man könnte auch da spielen“, berichtete er vom Schmerz, im TV WM-Fußball zu schauen. Bestenfalls Frankreich-Spiele werde er gucken, um den Bayern-Kollegen in der Équipe tricolore die Daumen zu drücken.

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