Ein Jahr nach Millionen-Urteil Körperverletzungs-Prozess: Jerome Boateng erneut vor Gericht

Jerome Boateng (M.) kommt beim damaligen Prozess begleitet von Bodyguards am Amtsgericht in München an.

Jerome Boateng (M.) kommt am 9. September 2021 beim damaligen Prozess begleitet von Bodyguards am Amtsgericht in München an.

Jerome Boateng muss im Prozess um die Körperverletzungs-Vorwürfe seiner Ex-Freundin erneut auf die Anklagebank. Nach Einsprüchen gegen das Millionen-Urteil sind im Oktober zwei Verhandlungstage angesetzt.

Die Marathon-Verhandlung im Körperverletzungs-Prozess um Jerome Boateng (33) liegt inzwischen ein Jahr zurück. Im Oktober 2022 wird der Weltmeister ein Jahr nach dem Urteilsspruch erneut vor Gericht stehen.

Ab dem 20. Oktober geht die Verhandlung in die nächste Runde. Der Abwehrspieler sitzt dann wieder auf der Anklagebank, wie das Landgericht München I am Freitag (22. Juli 2022) mitteilte. Zwei Verhandlungstage sind diesmal für den Prozess angesetzt.

Jerome Boateng: Erneuter Prozess im Oktober

Im September vergangenen Jahres hatte das Amtsgericht München Boateng zu einer satten Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Sportler seiner damaligen Lebensgefährtin im Karibikurlaub 2018 ins Gesicht geschlagen hatte.

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Gegen dieses Urteil legte der Fußball-Profi, der aktuell bei Olympique Lyon unter Vertrag und auf dem Abstellgleis steht, Berufung ein – ebenso wie Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Der Richter verhängte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro. 3o.000 Euro sind zwar der höchstmögliche Tagessatz, Boateng ist damit aber nicht vorbestraft. Eine Vorstrafe gibt es erst ab 90 Tagessätzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gefordert – und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro. Boatengs damaliger Verteidiger Kai Walden hatte einen Freispruch gefordert.

Jerome Boateng räumte Eskalation mit Ex-Partnerin ein

Boateng war vorgeworfen worden, seine damalige Partnerin im Karibik-Urlaub brutal attackiert zu haben. Er habe sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt. Ähnlich schilderte es die Ex-Freundin als Nebenklägerin.

Die Vorwürfe lauteten auf Beleidigung und Körperverletzung, die Staatsanwaltschaft ging in ihrem Schlussplädoyer sogar von gefährlicher Körperverletzung aus. Das Gericht nahm dagegen nur „einen Faustschlag“ ins Gesicht an, Boateng hatte die Vorwürfe bis zuletzt zurückgewiesen.

Dass es damals in der karibischen Luxusanlage mit Privatpool und Bediensteten eine Eskalation gab, räumte der Fußballer vor Gericht ein. Geschlagen, so betonte er, habe er seine Ex-Freundin aber nie. Seit 2007 führten die beiden ihren übereinstimmenden Angaben zufolge eine „On-Off-Beziehung“, seit 2015 streiten sie vor dem Familiengericht um das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die gemeinsamen Kinder. (dpa/bc)

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