Der Tod von Peter Hermann hat Jupp Heynckes tief getroffen. In einem persönlichen Beitrag erinnert sich der frühere Bayern-Trainer an seinen langjährigen Assistenten, Freund und Weggefährten.
„Mehr als nur ein Freund“Heynckes trauert um Wegbegleiter Hermann
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Der Tod von Peter Hermann hat Jupp Heynckes schwer getroffen. Fünf Jahre lang arbeitete der frühere Triple-Trainer des FC Bayern mit Hermann zusammen, zunächst bei Bayer Leverkusen, später in München.
Aus dem Verhältnis zwischen Chef- und Co-Trainer entwickelte sich eine enge Freundschaft, die auch nach ihrer gemeinsamen Zeit im Profifußball bestehen blieb. In einem Gastbeitrag für den „Kicker“ erinnert sich Heynckes nun an seinen Weggefährten, der im Alter von 74 Jahren nach schwerer ALS-Krankheit gestorben ist.
Auch in den letzten Monaten blieb der Fußball wichtig
Die Nachricht erreichte Heynckes am vergangenen Samstagabend. Als die Nummer von Hermanns Tochter Rebecca auf seinem Handy erschien und sie um einen dringenden Rückruf bat, ahnte er bereits, was geschehen war. Hermann hatte den Kampf gegen die Erkrankung seines motorischen Nervensystems verloren. „Meine Frau Iris und ich saßen am Tisch und konnten unsere Tränen nicht mehr aufhalten“, schreibt Heynckes.
Besonders die letzten Monate seines Freundes gingen Heynckes nahe. Bei seinem letzten Besuch vor rund drei Monaten habe Hermann kaum noch sprechen können. Auf der Rückfahrt habe er angesichts des Zustands seines Freundes im Auto geweint.
Trotz seiner schweren Erkrankung blieb Hermann dem Fußball eng verbunden. Noch im August besuchte er die Saisoneröffnung von Bayer Leverkusen gegen den FC Sevilla. Anfang September war er zudem beim 4:0 gegen Union Berlin in der BayArena. Es sollte sein letzter Besuch bei seinem Herzensklub sein. Dort traf er unter anderem auf Fernando Carro, Rudi Völler und Ulf Kirsten.
Der Kontakt zwischen Heynckes und Hermann riss bis zuletzt nicht ab. Die beiden schrieben sich regelmäßig über WhatsApp und tauschten sich dabei längst nicht nur über Fußball aus. Es ging auch um die politische und gesellschaftliche Lage sowie um persönliche Themen. Hermann habe dabei eine besondere Art gehabt, Dinge kurz und trocken zu kommentieren.
Kennengelernt hatten sich die beiden bereits 2009 bei Bayer Leverkusen. Rudi Völler hatte Heynckes damals auf Hermann als idealen Co-Trainer aufmerksam gemacht. Hermann machte bei ihrem ersten Treffen zugleich deutlich, dass er seine Aufgabe nicht darin sehe, lediglich Bälle aufzupumpen oder Hütchen aufzustellen.
Heynckes gefiel diese Klarheit. In den gemeinsamen Jahren in Leverkusen und München entwickelte sich daraus eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dissonanzen oder Streit habe es zwischen ihnen nie gegeben. „Wir waren Brüder im Geiste“, schreibt Heynckes.
Als Uli Hoeneß Heynckes 2017 noch einmal zum FC Bayern holte, stellte der Trainer eine Bedingung: Er wollte nur gemeinsam mit Hermann nach München zurückkehren. Auch die Ablösesumme, die Bayern für den Co-Trainer an Fortuna Düsseldorf zahlen musste, nahm Heynckes dafür in Kauf.
Für Heynckes war Hermann unter anderem wegen seiner gewissenhaften Arbeit weit mehr als ein Co-Trainer. Er sei ein Mensch gewesen, der wichtig war, ohne sich selbst wichtig zu nehmen. „Die Spieler haben Peter nicht nur gemocht, sie haben ihn geliebt“, schreibt Heynckes.
Eine seiner letzten Nachrichten an Hermann hatte Heynckes bereits vor dessen Tod formuliert. Darin brachte er zum Ausdruck, wie viel ihm die gemeinsame Arbeit und die Freundschaft bedeutet hatten: „Du bist für mich mehr als nur ein Freund.“
