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Zweitliga-Profi nach Foul gestorbenMordkommission ermittelt gegen Torwart

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Spaniens Fußball trauert um Teneriffa-Stürmer Jesús de Miguel. Der Tod beschäftigt nun auch die Ermittlungsbehörden.

Der spanische Fußballprofi Jesús de Miguel von CD Teneriffa ist nach einem harten Foul und einem Herzstillstand gestorben. „Es gibt keine tröstenden Worte; nichts kann diese unermessliche Trauer lindern“, teilte der Zweitligist mit. De Miguel sei im Alter von 30 Jahren um 8 Uhr gestorben.

Der Stürmer hatte bei dem heftigen Foul von Torwart Jesús Owono vom FC Andorra offensichtlich Verletzungen am Kopf erlitten und sich zunächst vor Schmerzen gekrümmt. Auf dem Weg ins Krankenhaus hätten Rettungskräfte den Fußballer dann wiederbeleben müssen, hieß es in einer ersten Mitteilung zum Zustand. Zu diesem Zeitpunkt atmete de Miguel selbstständig, war aber bewusstlos.

CD Teneriffa: „Stehen an der Seite der trauernden Familie“

Wegen des Todesfalls nahm die Mordkommission der spanischen Nationalpolizei Ermittlungen auf. Der Fall stehe bereits unter gerichtlicher Aufsicht, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr.

Zuvor hatten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die spanischen Behörden berichtet. Der Nachrichtenagentur AP zufolge wird wegen möglichen fahrlässigen Totschlags ermittelt.

Owono wird derweil in den sozialen Medien massiv angefeindet, schon im Stadion hatte es nach dem Foul „Mörder, Mörder“-Sprechhöre gegeben.

Der spanische Amateurspieler Michel Owono (30) vom Sechstligisten CF Can Vidalet beklagte in einem Statement, dass auch er bedroht und rassistisch beleidigt werde, weil viele ihn wegen des gleichen Nachnamens offenbar mit dem Zweitliga-Torhüter verwechselten. In einem Post teilte er zahlreiche der Nachrichten, die im Laufe des Tages bei ihm eingegangen waren.

Torwart Jesús Owono im Einsatz.

Copyright: IMAGO/NurPhoto

Gegen Jesús Owono laufen in Spanien Ermittlungen nach dem Tod von Jesús de Miguel.

Der Zwischenfall ereignete sich in der Nachspielzeit der Partie, als de Miguel in hohem Tempo kurz hinter der Mittellinie vom herausgesprinteten Andorra-Keeper gefoult wurde. Der Schlussmann sah für die überharte Aktion sofort die Rote Karte.

Die Spieler beider Teams wirkten vom Anblick des verletzten Spielers erschüttert, der Schiedsrichter brach die Partie beim Stand von 2:2 ab.

„Wir stehen an der Seite seiner trauernden Familie, seiner Angehörigen, ganz Teneriffas, das heute diesen grausamen Verlust betrauert“, teilte CD Teneriffa zum Tod weiter mit. „Die Familie von Jesús de Miguel ist für jede einzelne erhaltene Unterstützung dankbar und bittet gleichzeitig von ganzem Herzen um größtmögliche Achtung ihrer Privatsphäre in dieser schweren Zeit.“

„Es tut mir in der Seele weh“, schrieb der Weltmeister Gerard Piqué auf X. Der Andorra-Mitbesitzer hatte das Unglück vor Ort miterlebt. Auch aktive und ehemalige Fußballprofis, Vereine, Verbände und Politiker bekundeten der Familie und dem Club des Spielers ihr Beileid.

CD Teneriffa sprach zunächst davon, dass der Zustand von de Miguel ernst, aber stabil sei. Am Morgen teilte der Klub dann mit: „Der medizinische Zustand von Jesús de Miguel hat sich neurologisch verschlechtert.“ Gut vier Stunden danach teilte der Klub den Tod des Spielers mit.

Der FC Andorra äußerte sein Bedauern und Mitgefühl. „Mit gebrochenem Herzen und zutiefst erschüttert möchten wir der Familie von Jesús de Miguel, all seinen Weggefährten und Freunden sowie dem CD Teneriffa unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Ruhe in Frieden“, teilte der Verein mit. (red/dpa)