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Entgleisung im TV Ex-Bundesliga-Keeper mit homophobem Spruch – nicht nur sein Verein reagiert

Fans halten bei der Begegnung zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund in Bremen ein Banner mit dem Schriftzug: „Fußballfans gegen Homophobie“ hoch.

Viele Fankurven engagieren sich gegen Homophobie und andere Formen der Diskriminierung. Dennoch sind Vorurteile im im Fußball weiterhin präsent. Das Foto entstand am 14. Oktober 2011 vor der Kurve der Werder-Bremen-Fans.

Homophobe Sprüche in Fußball-Stadien gibt es leider immer wieder –meist von den Tribünen. In der Schweiz rutschte nun aber einem Spieler ein abfälliger Spruch über homosexuelle Männer raus – live im TV!

Die Schweizer Fußballliga Swiss Football League hat ein Disziplinarverfahren gegen einen ehemaligen Bundesliga-Torwart eingeleitet.

Der Grund: Der Keeper des FC Luzern hat am Samstag (13. August 2022) nach dem Spiel gegen den FC St. Gallen einen homophoben Spruch rausposaunt – und zwar vor laufenden Fernsehkameras. 

Homophober Spruch: Ex-Bundesliga-Torwart droht Strafe

Schwule Fußballprofis gibt es nicht? Gibt es doch! Das Problem: Homosexuelle Fußballer trauen sich zumeist nicht, mit einem Coming-out an die Öffentlichkeit zu gehen. Zu groß ist die Angst, sich dadurch angreifbar zu machen und von Fans oder anderen Spielern beschimpft zu werden.

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Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigt der Fall von Luzerns Keeper Marius Müller (29), der in Deutschland einst für den 1. FC Kaiserslautern spielte und auch bei RB Leipzig unter Vertrag stand.

Im Anschluss an das Gastspiel in St. Gallen, bei dem Müller vier Gegentore kassierte, war der Mitspieler von Christian Gentner (37) ordentlich angefressen. Im Interview forderte Müller von seinen Vordermännern mehr Kampfeswillen bei der Defensivarbeit – so „wie die italienischen Nationalverteidiger“.

„Dann kriege ich halt mal einen Ball in Eier oder die Fresse, aber immer dieses schwule Weggedrehe – das geht mir tierisch auf den Sack“, erklärte Müller. Er war sich währenddessen wohl nicht bewusst darüber, dass er gerade ganz kräftig in der Vorurteils-Suppe rührt ...

Müllers Klub, der FC Luzern, distanzierte sich von dem abfälligen Kommentar des Spielers und sprach sich für eine LGBTQ+-freundliche Gesellschaft aus.

Im Statement des Vereins heißt es: „Diese Aussage entspricht nicht den gelebten Werten des Klubs noch seiner Fans. Der FC Luzern bekennt sich ganz klar zu einer offenen und diversen Gesellschaft und wird dies innerhalb der Mannschaft auch nochmals klar thematisieren.“

Die Schweizer Liga teilte mit, dass ein Verfahren gegen Marius Müller durch den Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen der Swiss Football League eröffnet werde. Die Liga kündigte an: „Bis zur Veröffentlichung eines allfälligen Urteils werden keine weiteren Informationen bekanntgegeben.“ (red)

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