Erst Tränen, dann Humba mit den FansStreich mit großen Emotionen bei Freiburgs Stadion-Abschied

Irre Szene: Freiburg-Coach Christian Streich kletterte nach dem 3:0-Sieg gegen den FC Augsburg zu den Fans auf die Tribüne und leitete die „Humba“ an. Es war das letzte Spiel des Sport-Clubs im Dreisamstadion.

Irre Szene: Freiburg-Coach Christian Streich kletterte nach dem 3:0-Sieg gegen den FC Augsburg zu den Fans auf die Tribüne und leitete die „Humba“ an. Es war das letzte Spiel des Sport-Clubs im Dreisamstadion.

Der SC Freiburg zieht aus dem Dreisamstadion aus und knackt im letzten Spiel fasst noch eine unglaubliche Tor-Marke. Christian Streicht konnte die Tränen nicht unterdrücken.

von Julian Meiser (jm)

Freiburg. Emotionen pur! Der SC Freiburg und seine Fans haben am Sonntag (26. September 2021) Abschied von ihrem geliebten Dreisamstadion genommen. Die Zuschauer, die zum letzten Heimspiel des Vereins in ihrer langjährigen Heimspielstätte kamen, wurden gegen den FC Augsburg Zeuge des 999. Treffers, der in ihrem Stadion erzielt wurde.

Die 1000er-Marke – erzielt sowohl vom SCF als auch von Gastmannschaften – wurde beim umjubelten 3:0-Erfolg knapp verpasst. In der zweiten Halbzeit hatten die Heim-Fans noch den 1000. Treffer gefordert und skandierten: „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ Doch der Sport-Club brachte die Kugel trotz vieler hochkarätiger Chancen nicht noch einmal über die Linie.

Christian Streich: Große Emotionen bei Stadion-Abschied

Nach dem Schlusspfiff wurde es dann richtig emotional: Freiburg-Coach Christian Streich (56) ging über den Rasen und herzte seine Profis – konnte dabei die Tränen nicht mehr zurückhalten. Mit feuchten Augen klatschte der Kult-Trainer, der den SCF seit 2012 betreut und seit 25 beim Sport-Club arbeitet, seine Schützlinge ab.

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Dann die Szene des Abends: Die Fans beorderten Streich zu sich auf die Tribüne, der Coach schnappte sich ein Megafon – und leitete die „Humba“ an. Feixend und lachend verfolgten die Profis auf dem Rasen das Schauspiel.

Im DAZN-Interview hatte sich Streich dann immer noch nicht richtig gefangen, ihm stockte zwischenzeitlich die Stimme. „Es geht um 25 Jahre hier, das ist eine unfassbar lange Zeit. Unzählige von Spielen und Tausende von Trainings. Es war eine lange Zeit hier“, sagte er.

„Volker Finke, du bist der beste Mann“

Vor 67 Jahren, am 1. September 1954, bestritt der SC Freiburg sein erstes Spiel im Dreisamstadion. Auf dem neuesten Stand war das Stadion trotz mehrfacher Renovierungen nie. „Wir hatten gar kein Flutlicht am Anfang, und die Spieler sind teilweise zum Duschen nach Hause gefahren, weil es kein warmes Wasser gab“, erinnert sich beispielsweise Freiburgs Trainer-Legende Volker Finke (73), der den Klub von 1991 bis 2007 betreute und seinerzeit bei den Heimspielen stets in einem Strandkorb Platz nahm.

Finke verfolgte das Spiel ebenfalls im Stadion – auch er wurde von den Fans besungen. Die 14.4000 Anhänger tauchten die Arena abschließend mit ihren Feuerzeugen und zum Evergreen „Wou'll never walk alone“ in einen funkelnden Lichtermeer.

Bereits 2012 hatten Berechnungen deutlich gemacht, dass eine erneute Modernisierung des Stadions nicht wirtschaftlich sei, 2015 folgte ein Bürgerentscheid, bei dem sich die Mehrheit der Wahlberechtigten für den Bau eines neuen Stadions am Flughafengelände aussprach. 2018 begannen die Bauarbeiten, nun ist es fertiggestellt: Fortan spielt der SCF im neu erbauten Europa-Park-Stadion.

Christian Günter wird emotional

„Ich habe knapp 14 Jahre hier gespielt und werde das Stadion natürlich vermissen. Für mich ist es ein absoluter Gänsehaut-Moment, wenn das ganze Stadion steht, jeder seinen Schal hochhält und das Badnerlied singt“, erklärte Publikumsliebling Christian Günter (28) vor dem letzten Heimspiel im Stadion an der Dreisam.

Das neue Europa-Park-Stadion fasst 34.700 Zuschauer und damit mehr als 10.000 Plätze als das Dreisamstadion. Übrigens: Das Stadion wird nicht abgerissen, sondern weiterhin benutzt. Zum einen vom SC Freiburg II sowie von der Frauenmannschaft des Sport-Clubs.