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Frauenfußball-Kolumne FC Bayern nimmt Wolfsburg als Vorbild – Titelrennen schon entschieden?

Ewa Pajor im Zweikampf mit Glodis Viggosdottir.

Wolfsburgs Ewa Pajor (l.) am 23. Oktober 2022 im Zweikampf gegen Münchens Glodis Viggosdottir.

Der VfL Wolfsburg bleibt nach dem Sieg im Topspiel gegen den FC Bayern Tabellenführer der Frauen-Bundesliga. Ein Zeichen im Titelrennen.

Ist das Titelrennen schon entschieden?

Im Topspiel der Liga gewinnt der VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München mit 2:1 vor 21.287 Zuschauenden. Die „Wölfinnen“ haben schon nach 5 Spieltagen einen Vorsprung von 5 Punkten auf die Konkurrentinnen aus dem Süden. Die beiden Teams stehen gerade an unterschiedlichen Punkten.

Schon vorm Spiel sagte Bayerns Coach Alexander Straus im Interview bei „MagentaSport“, dass die beiden Klubs sich an zwei verschiedenen Entwicklungspunkten befänden. Wolfsburg hatte seinen großen Umbruch inklusive neuem Trainer und Gewöhnung an dessen Spielstil bereits im letzten Jahr: Bis zur Winterpause 2021/2022 tat der VfL sich schwer, ließ hin und wieder Punkte liegen und machte dann einen umso gewaltigeren Entwicklungssprung.

FC Bayern und VfL Wolfsburg mit stabiler Defensive

Auf einen ähnlichen Saisonverlauf hoffen jetzt die Münchenerinnen. Der Norweger Straus wurde zum FC Bayern geholt, um eine dominante und offensive Spielweise mit viel eigenem Ballbesitz zu umzusetzen. Vor allem soll das bayrische Spiel weniger ausrechenbar werden, als es gegen Ende der Amtszeit von Ex-Trainer Jens Scheuer war.

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Dazu nahm sich Straus aber zunächst die Defensive vor. Bayern München war vor der Partie als einziges Team noch komplett ohne Gegentor und stellt auch jetzt noch die beste Abwehr der Liga. Das drückt sich auch in anderen Zahlen aus, denn Bayern lässt gemeinsam mit Wolfsburg ligaweit die wenigsten Schüsse auf das eigene Tor zu.

Der Ansatz, den beide Teams dafür wählen, ist aber sehr unterschiedlich, auch das wurde im Aufeinandertreffen am vergangenen Sonntag deutlich. Das Pressing der Wolfsburgerinnen ist über den Sommer noch aggressiver und griffiger geworden und beginnt schon weit in der gegnerischen Hälfte. Im Gegensatz dazu und anders als unter Scheuer ziehen sich die Münchenerinnen eher zurück und verteidigen ungefähr ab Höhe der Mittellinie. Sie lassen durchschnittlich etwas längere Ballbesitzphasen der Gegnerinnen zu als noch in der vergangenen Saison.

Ansätze des FC Bayern machen Lust auf mehr

Auch was den gewünschten Ballbesitz und das Herausspielen von Chancen angeht, gibt es unter Straus schon erste Fortschritte. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Anschlusstreffer der Münchenerinnen sehenswert herausgespielt war: Neuzugang Georgia Stanway passte zu Linda Dallmann und sie fand Klara Bühl. Das Pressing der Wolfsburgerinnen war in diesem Moment gebrochen. Den Münchenerinnen fehlt allerdings noch die Konstanz beim Kreieren solcher Situationen.


Annika Becker ist freie Autorin bei EXPRESS.de und kümmert sich in ihren Kolumnen um das Thema Frauenfußball. Sie ist Mitglied von FRÜF - Frauen reden über Fußball.


Mit Blick auf die Tabelle und Wolfsburgs Gnadenlosigkeit bei der Verteidigung der Tabellenführung scheint die Meisterschaft schon entschieden. Allerdings machen Bayerns Ansätze jetzt schon sehr viel Lust auf mehr.

Und dann gibt es da noch die lachenden Dritten, bzw. Zweiten: Eintracht Frankfurt steht mit nur zwei Punkten Rückstand auf dem zweiten Platz und hat anders als die Konkurrenz keine zusätzliche Belastung durch die Champions League. Vielleicht wird der Titelkampf in dieser Saison also auf ganz andere Art spannend. Zum direkten Duell mit den Wolfsburgerinnen kommt es am 9. Spieltag.

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