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Kommentar zu Fortuna DüsseldorfReden wir doch mal über den Vorstands-Boss

Alexander Jobst steht vor der Trainerbank.

Copyright: IMAGO/Uwe Kraft

Fortunas Vortandsboss Alexander Jobst.

Die Kritik an Alexander Jobst wächst. Ein Kommentar zur Situation von Fortuna Düsseldorf.

Fortunas nächster Liga-Gegner Sonnenhof Großaspach war 2024 gerade in die fünfte Liga abgestiegen, als Fortuna die Relegation gegen Bochum vergeigte. Nun begegnet man sich nach der Länderspielpause auf Augenhöhe in Liga 3, es geht um Punkte gegen den Abstieg.

Dass das nicht unbedingt ein Selbstläufer wird, wissen ältere Fans. 1993 gab es eine vergleichbare Konstellation gegen Germania Teveren. Die meisten wussten vorher gar nicht, wo das liegt – hinterher schon. Auf dem Dorf setzte es ein 0:3. Soweit, so traurig. Jetzt gilt es, den freien Fall endlich mal zu stoppen.

Was also tun? Trainerwechsel gab es inzwischen genug, Jens Langeneke hat es verdient, Zeit zu bekommen. Sportvorstände haben sich zuletzt auch die Klinke in die Hand gegeben, auch dadurch wurde nichts besser. Der Kader wurde im Sommer fast komplett ausgetauscht und wirkt schon wieder so verunsichert wie eh und je – dabei haben die beiden Spielzeiten überhaupt nichts miteinander zu tun. Selbst die Bosse im Aufsichtsrat, der sich traditionell auch in Dinge einmischt, für die er gar nicht zuständig ist, haben inzwischen das Handtuch geworfen und sind in einer Woche Geschichte.

Damit ist alles gesagt. Zumindest fast. Denn über einen redet kaum jemand – den Vorstandsvorsitzenden Alexander Jobst. Spieler, die oft wechseln und deshalb von Fans gerne als „Söldner“ tituliert werden, gab es schon immer. Vor etwa 15 Jahren kam der „Vorstands-Söldner“ dann in Mode. Menschen, die Fußball-Boss als Beruf entdeckt haben. Egal bei welchem Verein.

Jobst strandete in Düsseldorf, nachdem er Schalke in den Abgrund geführt hatte. Nach dem Abstieg sagte er, dass er in dieser Situation nicht aufhören würde. Hätte ich auch nicht gemacht – wo soll denn mit so einer Bilanz ein vergleichbarer Job herkommen?

Die Zahl seiner Kritiker im Verein wächst stetig. Neben dem Großen und Ganzen wird ihm unter anderem vorgeworfen, Schönfärbereien bei den Zahlen von „Fortuna für alle“ betrieben zu haben. So wurde ein Großteil von (normalen) Sponsorengeldern diesem Posten zugeordnet. Unter anderem alles, was die Targobank bezahlt. Die ist nebenbei allerdings auch Trikotsponsor. Deshalb trommelt Jobst im Hintergrund mächtig für ein ihm genehmes Trio, das er im Aufsichtsrat sehen will. Dann würde er sich quasi selbst kontrollieren. Hoffentlich passen die Mitglieder auf.