Fortuna Düsseldorf lebt! Im ersten Schicksalsspiel für Trainer Alexander Ende gab es für die Rot-Weißen einen Sieg. Das Flutlichtduell in Münster konnte die Mannschaft in letzter Minute noch drehen.
Wahnsinn in letzter MinuteFortuna dreht Endes Schicksalsspiel in Münster

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So wie hier im Derby gegen den MSV Duisburg sah auch Eric Hottmanns Jubel beim Auswärtssieg in Münster aus.

Noch zu Beginn des Jahres standen sich die Fortuna und Preußen Münster in der 2. Bundesliga gegenüber. Wenige Monate später war die Realität eine andere: Am Dienstagabend (14. Oktober 2026) trafen die beiden Kontrahenten eine Liga tiefer aufeinander.
Beim Flutlichtduell der beiden Absteiger gab es für die Fans eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Nachdem die Fortuna zunächst in Rückstand geraten war, gab es am Ende doch noch einen 2:1-Sieg für die Rot-Weißen.
Harmlose erste Halbzeit in Münster
Schon vor der Partie war dabei ordentlich Druck auf dem Kessel. Nicht nur, weil Düsseldorf-Trainer Alexander Ende (47) endlich ein positives Ergebnis liefern musste, sondern auch, weil die Gastgeber seit drei Spielen auf einen Sieg warteten.
Dementsprechend nervös startete Münster auch vor den eigenen Fans in das Spiel. Die Fortuna nahm das Heft des Handelns in die Hand, konnte sich dabei allerdings keine nennenswerten Chancen erspielen. Entweder fehlte der letzte Pass oder ein Preußen-Profi bekam noch seinen Fuß dazwischen. Die gefährlichste Aktion der ersten Halbzeit war deswegen ein Fernschuss von Andreas Müller, der knapp links am Tor vorbeizischte.
Die Teams hatten sich das Spektakel für den zweiten Durchgang aufgehoben. Da mussten die Fans im Preußenstadion nämlich nicht lange warten. Nur acht Minuten nach dem Wiederanpfiff erzielte Stürmer Felix Higl die Führung für die Gastgeber.
Auf der linken Außenbahn setzten sich die Adler ohne große Gegenwehr durch. Weil Egouli und Zimmermann in den Zweikämpfen zu zögerlich an den Mann gingen, konnte Varelmann in die Mitte flanken. Die abgefälschte Hereingabe landete im hohen Bogen bei Higl. Dank seines Größenvorteils von acht Zentimetern hatte der Angreifer keine Probleme, sich im Kopfballduell mit Wekesser durchzusetzen.
Hottmann dreht die Partie
Doch diesen Nackenschlag schüttelte die Ende-Elf einfach ab. Besonders der quirlige Slimani sorgte immer wieder für Gefahr. In der 63. Minute dribbelte sich der Marokkaner in den Strafraum und brachte die Kugel von links scharf in die Mitte. Am zweiten Pfosten lauerte Müller, dessen Schuss konnte ein heranrutschender Münsteraner aber noch auf der Linie blocken.
Nur wenige Momente später waren die Gastgeber dann aber machtlos. Bei einer Kopie der vorherigen Aktion kam dieses Mal niemand mehr dazwischen. Müller knallte den Ball aus kurzer Entfernung in die Maschen und erweckte die 2000 mitgereisten Fortunen im Gästeblock damit wieder zum Leben.
Denn auch bei ihnen war der Glaube an den Auswärtssieg plötzlich wieder da. Nur noch ein Team drückte auf den Dreier, die Gastgeber beschränkten sich nur auf Konter. Teilweise war Düsseldorf so überlegen, dass die Szenen vor dem Sechzehner an ein Powerplay aus dem Eishockey erinnerten.
Und wenige Momente vor dem Abpfiff wurde die Mannschaft dann für diese Arbeit belohnt! Nach einem langen Pass von Bouchama tauchte plötzlich Hottmann alleine vor dem Tor auf. Der Angreifer blieb ruhig, umkurvte Behrens und versenkte die Kugel im Tor.
Coach Ende ließ seine Freude raus und jubelte zusammen mit seiner Mannschaft. Für ihn war es möglicherweise das Tor, was seinen Job bei der Fortuna gesichert hat. Zudem hat Hottmann mit seinem Treffer auch das sechste sieglose Spiel in der immer noch jungen Saison verhindert.
Nach der Partie erklärte der aufgelöste Coach: „Ich freue mich sehr für die Jungs. Das Last-Minute-Tor ist ein Moment, der unglaublich viel Kräfte freisetzen kann. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich einen Herzinfarkt bekommen habe, weil er so lange gezögert hat. Dann hat er es aber super gemacht.“
In der Tabelle ist die Fortuna durch den Last-Minute-Dreier wieder an die Spitzengruppe herangerückt. Mit 14 Punkten stehen die Rot-Weißen auf dem 6. Tabellenplatz. Schon am Samstag wartet mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken die nächste Chance, in der Tabelle weiter zu klettern.
