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Fußball-WM alle zwei Jahre UEFA wehrt sich gegen FIFA-Vorschlag

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sitzt auf einem Sessel und reißt die Augen auf.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin bei einem Besuch auf Malta am 1. September 2021

Zwischen der FIFA und der UEFA kracht es, weil der Weltverband eine zweijährliche Austragung der WM forciert.

Nyon. Bisher findet die Fußballweltmeisterschaft alle vier Jahre statt. Das könnte sich eventuell bald ändern. Berichten zufolge soll die FIFA Pläne für eine Reform schmieden. Statt alle vier Jahre könnte die WM alle zwei Jahre ausgetragen werden. Dem UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin (53) schmeckt diese Idee gar nicht, immerhin würde es auch die Austragung der Europameisterschaft in der bisherigen Form gefährden.

Reform würde eine Abwertung der Kontinentalwettbewerbe bedeuten

Ceferin kündigte entsprechend Widerstand an, falls die FIFA mit der Idee ernst machen sollte. Die UEFA habe „ernsthafte Vorbehalte und zeigt gravierende Besorgnis bezüglich der Berichte über entsprechende FIFA-Pläne“, schrieb der 53-jährige Slowene in einem Antwortbrief an das Fannetzwerk „Football Supporters Europe“. Zuvor war Ceferin in der Causa von der Fanvereinigung kontaktiert worden, berichtete Sky Sports UK.

Frankreichs Präsident Macron steht an der Seite von FIFA-Boss Infantino. Infantino winkt.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron an der Seite von FIFA-Präsident Gianni Infantino am 15. Juli 2018.

„Angesichts der großen Auswirkungen, die diese Reform auf die gesamte Organisation des Fußballs haben kann, ist es verwunderlich, dass die FIFA eine PR-Kampagne startet, um ihren Vorschlag voranzutreiben, während solche Vorschläge Konföderationen, Nationalverbänden, Ligen, Vereinen, Spielern, Trainern, Vereinen und der gesamten Fußballgemeinschaft noch nicht vorgestellt wurden“, heißt es in dem Ceferin-Brief. Angeblich wird laut Sky Sports derzeit eine Machbarkeitsstudie vonseiten der FIFA aufgrund des Vorschlags des saudi-arabischen Fußball-Verbandes über eine höhere Frequenz von WM-Turnieren durchgeführt.

Die Initiative der FIFA könnte von zahlreichen Mitgliedsverbänden unterstützt werden, weil sich die Einnahmen durch eine größere Anzahl an WM-Turnieren deutlich erhöhen würde. Allerdings würden die Kontinentalwettbewerbe vor allem in Europa (EURO) und Südamerika (Copa America) deutlich abgewertet.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich als Gegner von Fußball-Weltmeisterschaften alle zwei Jahre hervorgetan. „Den Rhythmus, den wir jetzt haben, finden wir ideal“, meinte der Manager der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag gegenüber dem TV-Sender „Bild“.

Belastung für Profis würde zunehmen

Auch die europäischen Ligen und die Klubs sind dagegen, weil die Belastungen für die Spieler weiter zunehmen werden. Zuletzt hatte sich die französische Trainer-Ikone Arsene Wenger für eine Fußball-WM im Zwei-Jahres-Zyklus ausgesprochen. „Als ich erfuhr, dass die WM 1930 auch deshalb zum ersten Mal stattfand, weil das Fußballturnier bei den Olympischen Spielen 1932 gestrichen worden war, habe ich realisiert: Dieser Vier-Jahres-Zyklus muss nicht in Stein gemeißelt sein“, hatte der 71-Jährige dem kicker gesagt: „Warum sollte er?“

Laut Wenger gehören inzwischen 211 Länder zur FIFA, von denen 133 noch nie eine WM gespielt haben. „Diese Länder schauen alle vier Jahre zu ohne jede Chance, selbst daran teilzunehmen“, so Wenger, der als Direktor Global Football Development beim Weltverband FIFA tätig ist. (sid/jm)

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