Nach Homophobie-Vorwurf: WM-Aus für Argentinien-Talent?
FIFA greift hart durchArgentinier nach Homophobie-Eklat für WM-Spiele gesperrt

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Der Argentinier Gianluca Prestianni (M) wäre auch bei der WM zunächst nicht einsetzbar. (Archivbild)
Für Argentiniens Offensiv-Talent Gianluca Prestianni (20) könnte der WM-Traum platzen, bevor er begonnen hat. Der Weltfußballverband FIFA hat eine von der UEFA ausgesprochene Sanktion nun global ausgeweitet. Eine Nominierung für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada würde für den Angreifer von Benfica Lissabon bedeuten, dass er die ersten zwei Begegnungen von der Tribüne aus verfolgen muss.
Auslöser der ganzen Sache ist ein Vorfall in der Königsklasse Mitte Februar. Während der Partie gegen Real Madrid geriet Prestianni mit Vinícius Júnior, einem Star der Madrilenen, aneinander. Der Vorwurf wiegt schwer: Der Argentinier soll sich homophob geäußert haben. Um seine Worte zu verbergen, zog er sich dabei das Trikot über den Mund.
FIFA folgt dem Wunsch der UEFA
Als Konsequenz hatte der europäische Fußballverband UEFA den Spieler für sechs Begegnungen aus dem Verkehr gezogen, wobei drei davon zur Bewährung ausgesetzt wurden. Wie bereits vermutet, entsprach die FIFA jetzt einem Gesuch der UEFA. Die Sanktion wird auf sämtliche Wettbewerbe rund um den Globus ausgeweitet. „Die FIFA-Disziplinarkommission hat entschieden, die von der UEFA verhängte Sperre über sechs Spiele weltweit anzuwenden“, verkündete der Weltverband.
Es bleibt jedoch ungewiss, ob Argentiniens Coach Lionel Scaloni Prestianni überhaupt für das WM-Aufgebot nominieren wird. Sein bisher einziger Einsatz für die „Albiceleste“ datiert von einem Freundschaftsspiel im vergangenen November. Sollte er für die Weltmeisterschaft keine Berücksichtigung finden, muss er die verbleibenden Partien seiner Sanktion in einem europäischen Klubwettbewerb der nächsten Spielzeit absitzen.
Konsequenz: Neue Regel nach Skandal
Der Skandal zog bereits eine handfeste Anpassung im Regelwerk nach sich. Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) nahmen letzte Woche eine von der FIFA eingebrachte Anregung an. Zukünftig kann das Verbergen des Mundes während einer Beleidigung mit einer Roten Karte bestraft werden.
Der amtierende Weltmeister Argentinien beginnt das Turnier am 17. Juni in Kansas City gegen Algerien. Fünf Tage darauf steht in Arlington die Begegnung mit Österreich an. Die Gruppe wird von Jordanien, einem Debütanten bei der WM, vervollständigt. (dpa/red)
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