Trainer entlassen Erster Top-Kandidat sagt Schalke ab: „Kann ich mir nicht vorstellen“

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Ralf Rangnick (l.) wird nicht neuer Trainer des FC Schalke 04. Hier berät er sich im Mai 2005 mit seinem damaligen S04-Assistenten Mirko Slomka.

Gelsenkirchen – Das 18. Spiel in Folge ohne Sieg war eines zu viel. Nach dem blamablen Auftritt von Schalke 04 bei der 1:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen zieht Schalke die Konsequenzen – David Wagner (48) muss seinen Posten räumen.

„Wir alle hatten gehofft, dass wir die sportliche Wende zusammen mit David Wagner schaffen können. Leider haben die ersten beiden Spieltage der neuen Saison nicht die dafür notwendigen Leistungen und Resultate erbracht“, erklärt Jochen Schneider (50), Vorstand Sport und Kommunikation.

Schalke 04 ist seit 18. Pflichtspielen ohne Sieg

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Schalke erlebte in der vergangenen Spielzeit eine Rückrunde zum Vergessen. Nur im ersten Spiel nach der Winterpause konnten sie einen Sieg feiern – gegen Borussia Mönchengladbach. Seitdem befinden sich die Schalker in einer Krise. Aus 18 Spielen holten sie gerade einmal sechs Punkte und erzielten nur acht Tore.

Bereits nach der Auftakt-Blamage gegen den FC Bayern wurden die Stimmen laut, die einen Rauswurf des Trainers David Wagner forderten.

Auch in den Testspielen in der Vorbereitung blamierten sich die Schalker. Gegen den KFC Uerdingen verloren sie mit 1:3, zudem traf der ehemalige Dortmunder Kevin Großkreuz (32) gegen die Knappen. Auch gegen den SC Verl mussten sie eine 4:5-Niederlage hinnehmen.

Schalke 04: David Wagner meldet sich mit Statement zu Wort

Schneider weiter: „Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Weg des personellen Neuanfangs zu gehen. Diese Entscheidung ist uns trotz der enttäuschenden Ergebnisse alles andere als leichtgefallen. Mein Dank gilt David Wagner, Christoph Bühler (43) und Frank Fröhling (42), die bis zu ihrer Freistellung jeden Tag alles dafür getan haben, um Schalke 04 wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen.“

Wagner selber meldete sich am Montag noch einmal über den FC Schalke zu Wort. Für die negative Entwicklung entschuldigte sich der 48-Jährige: „Wir hatten überaus erfolgreiche sieben Monate. Leider ist es mir danach nicht gelungen, die Negativserie zu stoppen und die Trendwende einzuleiten. Dafür trage ich die volle Verantwortung.“ Weiter wünscht er dem Klub, den „Fans und den Verantwortlichen alles Gute für die Zukunft.“ Und auch bei der Mannschaft und dem Staff bedankte er sich, „mit denen ich bis zum letzten Tag vertrauensvoll zusammengearbeitet habe.“

Wer wird neuer Trainer auf Schalke? Marc Wilmots und Sandro Schwarz die Favoriten

Nach der Freistellung des Trainerteams kündigte der Verein an: „Über die Nachfolge wird der FC Schalke 04 in den kommenden Tagen informieren.“

Wagner weg

Ahnte er da schon, dass er freigstellt wird? David Wagner nach dem 1:3 gegen Werder Bremen. Am Tag nach dem Spiel wurde er bei Schalke 04 entlassen.

Über die Nachfolge von Wagner wird schon ordentlich spekuliert. Favoriten sind offenbar Klub-Legende Marc Wilmots (mit Schalke UEFA-Cup-Sieger 1997 und zuletzt Nationaltrainer im Iran), Sandro Schwarz (letzte Station: Mainz 05), Manuel Baum (ehemals FC Augsburg), der Ex-Stuttgarter Alexander Zorniger. oder Ralf Rangnick (zuletzt Head of Soccer bei Red Bull).

„Natürlich fühle ich mich jetzt bereit, wieder eine neue Aufgabe anzutreten“, sagte Schwarz zuletzt bei einem Auftritt beim SWR. Wilmots hielt sich dagegen noch bedeckt, zu Schalke 04 habe zuletzt kein Kontakt bestanden, sagte er gegenüber Sport 1.

Ralf Rangnick schließt Rückkehr zu Schalke 04 aus

Neben Wilmots ruft der freie Trainerstuhl noch eine weitere Personalie mit Schalker Vergangenheit auf den Plan. Der ehemalige Schalke-Trainer Ralf Rangnick (62) brachte sich am Sonntag bei „Sky90“ selbst ins Gespräch. „Ich bin seit acht Wochen frei. Wenn ich jetzt sagen würde, Schalke interessiert mich überhaupt nicht, würde ich lügen“, sagte Rangnick. Zeitglich betonte er aber auch, dass er es sich aktuell nur schwer vorstellen könne, ein drittes Mal zu Schalke zu gehen. Ausschließen wolle er es dennoch nicht.

Das tat er dann allerdings bereits einen Tag später. „Ich kann mir zurzeit überhaupt nicht vorstellen, ein drittes Mal zu Schalke 04 zu kommen, und schon gar nicht als Trainer, der kurzfristig die Negativ-Serie beenden soll“, sagte er der „WAZ“.

Ralf Rangnick telefonierte mit Jochen Schneider

Unter der Woche telefonierte Rangnick noch mit Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider. Die beiden kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit bei RB Leipzig. „Ich habe ihn gefragt, wie es ihm geht und ihm die Daumen für das Spiel gedrückt“, sagte Rangnick. Er glaube aber auch, dass mit einem Trainerwechsel auf Schalke nicht alle Probleme gelöst werden würden. „Ich glaube, dass Schalke schauen muss, wie sie sich für die Zukunft aufstellen, um in zwei oder drei Jahren wieder zur Top acht in Deutschland zu gehören.“

Rangnick hatte Schalke 2004/05 und im Jahr 2011 trainiert. Zuletzt war er bis Ende Juli Head of Sport and Development Soccer bei Red Bull.

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