Eklat auf Schalke DFB sperrt Spuck-Profi Kabak bis Mitte November

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Ozan Kabak sorgte beim Spiel seines FC Schalke 04 gegen Werder Bremen für einen Eklat. Er spuckte Gegenspieler Ludwig Augustinsson an.

Gelsenkirchen – Der FC Schalke 04 taumelt weiter durch die Bundesliga – und stürzt immer tiefer in die Krise: Auch das zweite Saisonspiel ging für die Königsblauen mit 1:3 gegen Werder Bremen verloren. verloren. Für die Schalker war es saisonübergreifend das 18. sieglose Spiel am Stück. Was für eine Horror-Serie!

Und die kostete dann tags darauf auch Coach David Wagner (48) den Job. Der Trainer wurde auf Schalke freigestellt.

Aber die Krise scheint sich auch auf die Psyche der Spieler niederzuschlagen. So hatte S04-Profi Ozan Kabak (20) in der ersten Halbzeit für einen dicken Eklat gesorgt. Der Abwehr-Youngster foulte erst Bremens Ludwig Augustinsson (26) – und spuckte den Schweden anschließend an!

Spuck-Eklat beim FC Schalke 04: Ozan Kabak brennen Sicherungen durch

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Die TV-Bilder zeigten deutlich, wie Kabak nach seinem Foulspiel weiterläuft und in Augustinssons Richtung spuckt. Der Werder-Profi wurde augenscheinlich am Kopf getroffen, bekam es aber nicht mit. Er hatte den Blick zum Boden gewandt und die Hände vor das Gesicht geschlagen. „Das habe ich nicht gemerkt. Das ist nicht schön. Das hat nichts mit Fußball zu tun“, sagte Augustinsson nach dem Spiel. „Man konnte sehen, dass die Schalker sehr frustriert waren. Das ist nicht Fair Play. Aber, er hat eine Rote Karte und wir haben gewonnen.“

Ozan Kabak entschuldigt sich – DFB-Sportgericht spricht Strafe aus

Am Abend entschuldigte sich Kabak sofort via Twitter. „Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht“, schrieb er. „Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. In jedem Fall, Entschuldigung an Ludwig.“

Doch helfen konnte das dem jungen Abwehrmann nicht. Das DFB-Sportgericht hat nun die Strafe für Kabak bekanntgegeben: Vier Spiele Sperre plus 15.000 Euro Strafe aufgrund „krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner“.

Die Sperre wird im Anschluss an die automatische Sperre von einem Spiel wegen einer Gelb-Roten Karte, die Kabak in der Partie noch gesehen hatte, in Kraft treten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, da sowohl Kabak, als auch Schalke zugestimmt hatten.

Schiedsrichter Markus Schmidt (47) hatte die Szene unterdessen nicht gesehen. „Das sieht unschön aus. Aber ich kenne Ozan, ich bin zu hundert Prozent davon überzeugt, dass das keine Absicht ist. Das ist überhaupt nicht der Charakter für sowas. Das ist sicherlich ein unglückliches Bild. Aber Ozan ist keiner, der den Gegenspieler absichtlich anspuckt“, stellte sich auch Wagner vor seinen Profi.

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Spuck-Eklat in der Bundesliga: Schalkes Ozan Kabak (l.) spuckte Werder-Profi Ludwig Augustinsson an.

Der Schalke-Coach war in der Halbzeitpause offenbar nicht über die Szene informiert worden: Er schickte seinen Youngster auch im zweiten Spielabschnitt auf den Rasen. Keine gute Entscheidung: Denn Kabak verursachte in der 58. Minute einen Elfmeter, den Niclas Füllkrug anschließend zum Bremer 3:0 verwandelte. Der Angreifer hatte zuvor auch die zwei weiteren Werder-Treffer erzielt (18., 37.). Gelb gab's obendrauf für den Schalker.

Und es kam noch schlimmer: In der 84. Minute musste Kabak dann nach einem weiteren Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz! Plus die Vier-Spiele-Sperre hat er nun bis zum 21. November  ausreichend Zeit, über seinen Fehltritt nachzudenken. Dann darf Kabak wieder mitspielen.

FC Schalke 04: Auch bei Mark Uth liegen die Nerven blank

Doch auch bei den anderen Schalkern lagen die Nerven blank. Beleg war eine weitere Szene: Beim Bremer Führungstreffer durch Füllkrug hob S04-Angreifer Mark Uth (29) das Abseits auf – und zwar deutlich. Dennoch hob der Rückkehrer vom 1. FC Köln den Arm, blickte zum Linienrichter und reklamierte eine Abseitsstellung. Eine völlig skurrile Szene, die auch Sky-Kommentator Frank Buschmann (55) aus der Fassung brachte. „Das gibt's doch gar nicht! Das war eine Übersprungshandlung!“, rief Buschmann, der es nicht glauben konnte. Immerhin: Uth gelang in der dritten Minute der Nachspielzeit noch der Schalker Ehrentreffer.

Ungleich stärker nachhallen dürfte allerdings Kabaks Spuck-Aussetzer. Sehr wahrscheinlich, dass der junge Abwehrmann mit einer deftigen Strafe sowie einer Sperre rechnen muss. „Es ist eine sehr angespannte Situation hier auf Schalke im Moment. Das muss man mit berücksichtigen. Aber das ist natürlich ein absolutes Unding, was nicht auf den Fußballplatz gehört. Eine glasklare Rote Karte“, kommentierte auch Werder-Coach Florian Kohfeldt (37).

Wagner hatte unterdessen wohl schon mit seiner Freistellung gerechnet. „Im Leistungssport geht es am Ende um Resultate. Und die liefern wir im Moment nicht“, erklärte er nach der Partie nüchtern. Klar ist derweil auch: Die sportliche Situation ist besorgniserregend. Nach zwei Saisonspielen stehen die Schalker nun bei null Punkten und 1:11 Toren! Am ersten Spieltag hatte es ein 0:8-Debakel gegen den FC Bayern gegeben. „Wir müssen uns da jetzt rausziehen. Und das geht nur gemeinsam“, sagte Schalke-Routinier Vedad Ibisevic (36). (kos)

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