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„Faustschlag ins Gesicht eines Landes“Italiens Presse rastet jetzt völlig aus

Wieder wird Italien bei einer WM-Endrunde fehlen. Das Aus am Dienstagabend geriet dramatisch, die Presse nimmt kein Blatt vor den Mund.

Das Fußballland Italien trägt tiefe Trauer – und die Presse legt den Daumen ordentlich in die Wunde!

Zum dritten Mal in Serie verpasst der viermalige Weltmeister die Endrunde einer Fußball-WM. Das entscheidende Elfmeterschießen in Bosnien-Herzegowina ging dramatisch verloren. Die Medien im Lande sind entsetzt. Ein Überblick.

„Jetzt gibt es nur noch Gattusos Tränen“

Gazzetta dello Sport: „Der Albtraum geht weiter: Italien erlebt seine dritte Apokalypse, die noch schlimmer ist als die beiden vorherigen. Italien hat das Gefühl für den Schock, für die Katastrophe verloren. Das Fehlen bei der WM wird zur Normalität. Von einer WM wird man erst wieder um das Jahr 2030 sprechen können, 16 Jahre nach unserer letzten WM-Teilnahme. Eine ganze Generation wächst heran, ohne je Italien bei einer WM erlebt zu haben“.

Corriere dello Sport: „Der Verpassen der WM ist nicht nur ein Flop, sondern die Pleite eines ganzen Systems, eine strukturelle Krise. Diese Blamage zeigt, dass das Fundament des gesamten Projekts nicht trägt. Der ganze Mechanismus funktioniert nicht mehr. Diese Niederlage offenbart die organisatorischen und sozialen Probleme des italienischen Fußballs“.

Corriere della Sera: „Italien hat die WM-Qualifikation verfehlt, und diesmal gibt es nicht einmal mehr die Wut und Verwunderung, die vor acht und vier Jahren herrschten. Jetzt gibt es nur Resignation und Trauer, nur noch Gattusos Tränen. Inzwischen werden unsere Teenager die erste Generation von Italienern sein, die ohne die Erinnerung an die Azzurri bei einer WM aufwachsen. Wir trösten uns mit Sinner und Antonelli, doch das ist nicht dasselbe“.

La Repubblica: „Eine nationale Schande! 20 Jahre nach dem WM-Sieg in Berlin muss Gattuso eine dramatische Blamage hinnehmen. Die Tragik ist inzwischen für Italien zur Gewohnheit geworden. Diese Niederlage ist nicht das Scheitern eines Projekts, sondern seine komplette Abwesenheit. Sie zeigt, wie viel Kapital verschwendet worden ist.“

Italiens Nationaltrainer Gennaro Gattuso mit einer entschuldigenden Geste in Richtung der eigenen Fans.

Copyright: AFP

Tränen in den Augen, die Hand entschuldigend auf der Brust: Italiens Nationaltrainer Gennaro Gattuso nach der verpassten WM-Chance.

La Stampa: „Desaster! Seit der WM-Nacht in Berlin haben die Azzurri eine Pleite nach der anderen erlebt. Italiens Fehlen wird zur Routine und ist Ausdruck der endlosen Krise des italienischen Fußballs. Italien spielt ohne Identität und hat das Aus verdient“.

Il Messaggero: „Italien in der Hölle. Die Azzurri erleiden eine neue brutale Demütigung. Ein Faustschlag ins Gesicht eines Landes, das zum dritten Mal in Folge nur Zuschauer einer WM sein wird. Das kleine Bosnien feiert und hat den Sieg voll verdient. Italien versinkt in einem Albtraum ohne Ende.“

Karlheinz Förster

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