„Weltfremd und ehrverletzend“ Ex-FIFA-Boss Blatter attackiert Infantino für geschmacklose Flüchtlings-These

Gianni Infantino posiert auf dem roten Teppich bei einer Gala in Katar.

Gianni Infantino, hier am 20. November 2021 bei einer Gala in Katar, vergriff sich bei einer Rede vor dem Europarat im Ton.

Gianni Infantino sorgt ein weiteres Mal mit seinen Einlassungen für ungläubiges Staunen. Diesmal leistete sich der FIFA-Präsident vor dem Europarat eine Entgleisung. Auch Sepp Blatter reagierte.

Die mögliche Austragung der Weltmeisterschaft im Zweijahresrhythmus spaltet den Fußball seit Monaten weltweit. Unter fadenscheinigen Argumenten will die FIFA die Halbierung der Pause zwischen den WM-Turnieren unbedingt unter Dach und Fach bringen.

Besonders Präsident Gianni Infantino (51) treibt die Pläne unermüdlich voran, schließlich winkt dem Fußball-Weltverband eine Einnahmen-Explosion im Falle häufigerer Weltmeisterschaften. Eine neueste Rede des Schweizers sorgt jetzt wieder einmal für Fassungslosigkeit – auch bei Ex-Präsident Sepp Blatter (85).

So sagte Blatter am Donnerstag (27. Januar 2022), Infantino wolle „die Welt retten – merkt aber nicht, dass seine Aussagen nicht nur ironisch, aber zynisch wirken, und sein Bezug zu Afrika weltfremd und ehrverletzend ist“.

Gianni Infantino: WM-Revolution gegen Flüchtlings-Krise?

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Als Gastredner vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) in Straßburg trug Infantino am Mittwoch (26. Januar) in einer rund 15-minütigen Rede die Vorteile des geplanten WM-Modells vor, das seiner Meinung nach vor allem den kleineren Ländern und Verbänden zu mehr Wohlstand und damit größerer Chancengleichheit verhelfen solle. 

Man müsse entsprechend dafür sorgen, dass nicht nur in Europa das Geld aus dem Fußball in Strömen fließe, sondern beispielsweise auch in Afrika. Die absurde Schlussfolgerung: „Wir müssen Wege finden, die ganze Welt einzuschließen und müssen den Afrikanern Hoffnung geben, damit sie nicht mehr über das Mittelmeer kommen müssen, um vielleicht ein besseres Leben zu finden oder, wahrscheinlicher, den Tod im Meer.“

FIFA und Gianni Infantino wollen WM alle zwei Jahre unbedingt

Die weltweite Flüchtlings-Problematik auf den Turnus der Fußball-Weltmeisterschaften zu reduzieren, dürfte schon jetzt zu den dreistesten Methoden gehören, mit denen die FIFA versucht, ihren Willen auf Biegen und Brechen durchzusetzen.  Schon vor seinem geschmacklosen Argument hatte Infantino sich darum bemüht, die FIFA als verbindendes, beinahe wohltätiges Organ weit über den Fußball hinaus zu inszenieren.

Die gesamte Rede von Gianni Infantino gibt es hier im Video (ab Minute 16:55):

Beim Fußball gehe es schließlich um „Chancen, Hoffnung, Herz, Freude und Emotion“, fabulierte Infantino und zählte die vielen Vorteile auf, die eine häufigere Weltmeisterschaft mit sich bringen würde. Denn während in Europa wegen der vielen Stars praktisch zweimal die Woche Weltmeisterschaft sei, blieben weite Teile der Welt außen vor, bedauerte der Strippenzieher in seiner Rede.

Bei derlei großen Plänen schien Infantino wenig zu interessieren, dass der geplante WM-Turnus – ebenso wie schon die Verlegung der höchst umstrittenen WM 2022 in Katar in den Winter – nur gegen massive Widerstände möglich wäre. Doch dass die FIFA Gegenwind und herbe Kritik nicht scheut, haben die kühnen Aussagen ihres Präsidenten nun wieder einmal bewiesen.

Mittlerweile hat Gianni Infantino dennoch versucht, sich für seine Aussagen bezüglich der Geflüchteten zu rechtfertigen. Nach seiner Auffassung sei dieser Teil seiner Rede anscheinend „missinterpretiert“ und „aus dem Kontext“ gerissen worden, erklärte Infantino in einer Mitteilung des Fußball-Weltverbands bei Twitter. (bc)

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