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„Alles Negative mitgenommen“ Ex-FC-Idol Lottner erlebt schwere Zeiten in Cottbus

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Dirk Lottner (hier eine Aufnahme aus dem November 2020) erlebt bei Energie Cottbus schwierige Zeiten.

Cottbus – Seit dem 14. September 2020 ist Dirk Lottner (48) Cheftrainer von Energie Cottbus. Der Kölner Kult-Fußballer hatte den Job in der Lausitz mit großen Ambitionen angetreten: Klassenerhalt schaffen, dann eine Mannschaft mit Aufstiegs-Perspektive zusammenstellen. So sah der Plan aus. Doch die Realität ist bitter.

  • Energie Cottbus nach Corona-Fällen in Quarantäne
  • Trainer Dirk Lottner spricht über die Probleme beim Traditionsverein
  • Spielbetrieb in der Regionalliga weiter ausgesetzt

Seit Montag (1. März) befindet sich Lottner wieder bei seiner Familie in Köln, sechs positive Corona-Tests bei seiner Mannschaft haben den Trainingsbetrieb lahm gelegt. Alle Spieler und Betreuer müssen bis mindestens 11. März in häusliche Quarantäne. Da der Coach aber in Köln gemeldet ist und das Kölner Gesundheitsamt anders entschieden hat, konnte Lottner den knapp 700 Kilometer langen Heimweg antreten.

Infizierte Spieler von Energie Cottbus waren zusammen im Kraftraum

„Aus den aktuellen Fällen konnten wir unsere Rückschlüsse für die Trainingssteuerung ziehen“, sagt der Trainer. „Die infizierte Gruppe war zusammen im Kraftraum, teilweise sind die Spieler auch mit der neuen Variante des Virus‘ infiziert.“

Nach dem unschönen Ende beim 1. FC Saarbrücken hatte Lottner die neue Aufgabe in Brandenburg mit vielen Hoffnungen angetreten. „Ich habe aber in den vergangenen Monaten alles Negative mitgenommen, was man so erleben kann“, erzählt er im EXPRESS-Gespräch. Anfang November wurde der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost eingestellt, der Sportdirektor gab auf, das Präsidium wurde ausgetauscht, Kurzarbeit für alle, nun die Corona-Probleme. „Das habe ich mir doch alles deutlich anders vorgestellt“.

Energie Cottbus: Mitarbeiter wurden entlassen, Defizit im Etat

Zudem sind die finanziellen Rahmenbedingungen beim Traditionsverein sehr schwierig. Das aktuelle Defizit beläuft sich auf eine hohe sechsstellige Summe, ein Viertel der Geschäftsstellen-Mitarbeiter wurde entlassen. Ein Heimspiel im Stadion der Freundschaft lohnt erst ab 2500 zahlenden Zuschauern, alles darunter sei ein Minusgeschäft.

Während die Regionalliga West ihre Saison mit Geisterspielen fortgesetzt hat, ruht im Osten seit dem 13. Spieltag alles. „Die Berliner Vereine haben noch absolutes Spielverbot, zudem sind Teams aus vielen verschiedenen Bundesländern in der Liga. Da es ja nach einem Jahr Corona immer noch keine bundesweit einheitliche Sprachregelung gibt, sind wir zum Nichtstun verdonnert“, sagt Lottner. „Wir hatten die Hoffnung, dass es nach Ostern wieder losgehen kann. Aber unsere zahlreichen positiven Tests tragen nun sicher nicht dazu bei, dass es schneller geht“.

Der einzige positive Aspekt der derzeitigen Misere: Lottner kann durch die Corona-Pause seinen 49. Geburtstag am Donnerstag in Köln mit Frau Sarah und Tochter Leni-Mayra verbringen.