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Experte schaute genauer hinStudien belegen: Elfer-Mythos kann beerdigt werden

Sadio Mané (r) erzielt seinen Elfmetertreffer zum 5:0 gegen Torhüter Manuel Riemann.

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Ein gewisser Elfmeter-Mythos herrscht schon länger in der Fußballwelt. Hier ist ein Elfmeter von Sadio Mané im Spiel zwischen dem VfL Bochum gegen Bayern München am 21. August 2022 zu sehen.

Ein Team, dass bei Elfmeterschießen zuerst schießt, gewinnt meistens auch. Dieser Mythos existiert schon lange in der Welt des Fußballs, doch nun hat sich ein Fußball-Experte genauestens damit beschäftigt.

Es gibt schon lange den Mythos, dass eine Mannschaft, die bei einem Elfmeterschießen zuerst antritt, dieses auch eher gewinnt. Warum ist das so?

Ist man möglicherweise im Kopf der Gegnerin oder des Gegners, wenn man einen Treffer vorlegt? Mit diesen Fragen hat sich zuletzt der norwegische Fußballpsychologe und Berater Geir Jordet beschäftigt.

Geir Jordet verweist auf Studien: Es gibt keine nachweisbaren Unterschiede

Im Raum steht zunächst die Annahme, dass die Mannschaft, die als erste zum Elfer antritt, eine Gewinnchance von 60 Prozent hat. Das ist laut Jordet aber falsch.

Neue vollständigere Daten und Untersuchungen beweisen, dass es keinen großen Unterschied gibt. Nur 50,8 Prozent der zuerst startenden Fußball-Teams gewinnen das Elfmeterschießen.

Diese angesprochenen Daten stammen von 663 Elfmeterschießen (alle großen internationalen Wettbewerbe für Männer, Frauen und Elitejugend, seit 1970). Deren Ergebnisse zeigen keine statistischen Unterschiede.

Männerteams gewinnen zu 53 Prozent, Frauenteams zu 42 Prozent (insgesamt: 50,8 Prozent). Also gibt es keinen Vorteil, wenn mal als erste Mannschaft schießt.

Dabei bezieht sich der norwegische Uni-Professor auf den Autor einer Studie zum psychologischen Druck bei Turnieren und Wettkämpfen. In dieser heißt es, dass zuvor ein 60-prozentiger Vorteil des Vorangehens dokumentiert wurde, dieser aber nicht umfassend war.

Lücken in der Stichprobe und die Mehrheit der untersuchten Elfmeterschießen aus nationalen Pokalwettbewerben könnten diese Daten verfälscht haben. Eine vollständigere Studie hingegen war erforderlich.

Kein Vorteil für erste Schützin oder Schützen – Elfer-Modus sollte bestehen bleiben

Jordet erklärt dann auf seiner Twitter-Seite, dass diese neue Forschung durch andere neuere Studien gestützt wird, die alle das gleiche klare Ergebnis feststellen: Es gibt keinen signifikanten Vorteil, wenn man bei großen internationalen Fußballturnieren als erstes Team schießt.

Zusammengefasst: Teams können in einem Elfmeterschießen an zweiter Stelle schießen und haben dennoch die gleichen Gewinnchancen wie der Gegner. Außerdem ist das derzeitige Elfer-Format mit abwechselnden Schüssen der Mannschaften für keinen Beteiligten unfair. Laut Jordet sollten alle Bemühungen, einen neuen Modus einzuführen, eingestellt werden. (fit)

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