Trainer ist schon genervt Zweitligist hat das verrückteste Torverhältnis in Fußball-Europa

Eine Spielszene aus der Partie zwischen CD Leganés und dem FC Burgos in der zweiten spanischen Liga. Burgos hat nach sieben Ligaspielen ein kurioses Torverhältnis von 2:0 und jagt den Start-Rekord der Liga.

Mit kompromisslosem Einsatz hat sich der FC Burgos, hier Juan Hernández (2.v.l.) am 18. September 2022 im Ligaspiel bei CD Leganés, in Spanien einen Namen gemacht.

Ein Torverhältnis für die Geschichtsbücher, aber so richtig zufrieden ist der spanische Zweitligist FC Burgos nach den ersten Saisonspielen nicht. Dabei kann sich die Punkte-Ausbeute durchaus sehen lassen.

Wenn Kult-Trainer Huub Stevens (68) dieser Tage durch die Tabellen der Auslands-Ligen blättert, dürfte ihm beim Anblick der zweiten spanischen Liga ein mildes Lächeln über die Lippen huschen.

„Die Null muss stehen“, lautet der unvergessene Ausspruch des Jahrhunderttrainers von Schalke 04. Der iberische Fußball-Zwerg FC Burgos hält sich zum Saisonauftakt eisern an die oberste Regel des Niederländers, der ein ereignisloses 0:0 wohl so sehr genießen konnte wie kaum ein anderer Trainer.

Kurioses Torverhältnis: Burgos-Trainer fordert Steigerung

Kein allzu großer Freund der Stevens-Schule ist auch Julián Calero (51), der in Burgos auf der Trainerbank sitzt und dessen Team nach sieben Spielen bei einem Torverhältnis steht, das in Fußball-Europa seinesgleichen sucht. 2:0 lautet die kümmerliche Bilanz nach 630 gespielten Minuten, Calero ist davon zunehmend genervt.

„Das ist nichts, womit ich mich wirklich beschäftige, ein 1:1 wäre mir fast lieber gewesen“, sagte er am Sonntag (25. September 2022) nach dem 0:0 gegen UD Levante. Gegen den Erstliga-Absteiger hatte seine Defensive mit dem fünften torlosen Unentschieden der Saison zwar erneut dichtgehalten, doch die lahmende Offensive sorgt für umso größere Sorgenfalten.

Zum Abschluss der Pressekonferenz war Calero dennoch bemüht, dem Vereinsrekord etwas Positives abzugewinnen und die Offensiv-Baustelle mit mehr Zuversicht anzugehen: „Mal schauen, ob wir es schaffen, uns ein wenig zu steigern. Ich bin definitiv nicht unzufrieden, aber wir müssen ein bisschen mehr Gas geben.“

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Mit elf Punkten liegt Burgos als Siebter voll auf Kurs, holte fünf Zähler mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Schon in der Saison 2021/2022 war die Defensive übrigens das Prunkstück der Nord-Spanier, die in 13 von 21 Heimspielen ohne Gegentor geblieben waren. Vorne darf es dennoch gerne ein bisschen mehr sein.

Gegentor-Rekord: Harte Prüfung für Burgos-Defensive

Die Lokalzeitung „Diario de Burgos“ verfiel in der Analyse zur neuerlichen Nullnummer daher nicht gerade in überschwänglichen Jubel: „Die Mannschaft hat alle Rekorde in Sachen weiße Weste gebrochen und schickt sich nun an, das Gleiche bei den torlosen Minuten zu wiederholen“, so das bittersüße Fazit zum eigentlich achtenswerten Remis gegen einen der Aufstiegs-Aspiranten.

Torhüter José Antonio Caro (28) würde dennoch gerne den Zweitliga-Bestwert für die längste Gegentorlos-Serie zum Saisonstart einsacken. Den hält bislang Ligakonkurrent Racing Santander mit dem Rekord von 655 Minuten aus der Saison 1972/1973.

Caro muss im kommenden Spiel bei der Reserve des FC Villarreal mindestens 26 Minuten ohne Gegentor bleiben, um die Marke nach oben zu schrauben. Ein Spaziergang wird das nicht: Ausgerechnet der Aufsteiger stellt aktuell mit zwölf Treffern die beste Offensive der Liga. (bc)

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